Custom Audience heißt auf Deutsch benutzerdefinierte Zielgruppe. Der Begriff stammt aus dem Werbesystem von Meta, also von Facebook und Instagram. Eine Custom Audience umfasst Menschen, die dein Unternehmen schon kennen: Kunden, Besucher deiner Website oder Nutzer deiner App. Anzeigen lassen sich gezielt an diese Gruppe ausspielen oder sie ausdrücklich ausschließen, etwa damit Bestandskunden kein Angebot für Neukunden sehen.
Woraus eine Custom Audience entsteht
Meta beschreibt in seiner Entwicklerdokumentation mehrere Quellen [1]. Eine Kundendatei enthält eigene Kundendaten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Namen. Eine Website-Zielgruppe umfasst Menschen, die eine bestimmte Seite deiner Website besucht oder dort eine Aktion ausgeführt haben. Dafür sorgt meist das Meta-Pixel, ein JavaScript-Schnipsel, das Aktivitäten auf der Website erfasst und mit dem sich laut Meta Custom Audiences für die Anzeigenausrichtung festlegen lassen [2]. Eine App-Zielgruppe besteht aus Menschen, die deine mobile App nutzen. Daneben gibt es Zielgruppen aus Interaktionen mit deinen Inhalten bei Meta und Offline-Zielgruppen aus Menschen, die zum Beispiel ein Geschäft besucht oder den Kundenservice kontaktiert haben [1].

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Onlineshop legt eine Website-Zielgruppe aus allen Besuchern an, die in den letzten Wochen eine bestimmte Produktkategorie angesehen, aber nichts gekauft haben. Eine zweite Zielgruppe aus der Kundenliste schließt er aus, damit Stammkunden die Werbung für Neukunden gar nicht erst sehen.
Wer eine Kundenliste hochlädt, gibt die Daten nicht im Klartext weiter. Meta verlangt, dass sie mit dem Verfahren SHA256 gehasht werden, andere Verfahren unterstützt das System nicht [1]. Außerdem muss das Werbekonto die Nutzungsbedingungen für Custom Audiences akzeptiert haben, sonst schlägt das Anlegen fehl [1].
Abgrenzung zu Lookalike Audiences
Eine Custom Audience enthält nur Menschen, die schon Kontakt hatten. Eine Lookalike Audience baut auf ihr auf: Meta sucht Menschen, die den bekannten Kontakten ähneln, und erreicht so neue Leute [1]. Je Werbekonto sind laut Meta höchstens 500 Lookalike Audiences möglich [1]. Das Ansprechen früherer Besucher heißt allgemein Retargeting.
Zur Größe: Meta schreibt auf seiner Seite zum Anzeigen-Targeting, das Auslieferungssystem funktioniere am besten mit Zielgruppen von zwei bis zehn Millionen Menschen [3]. Eine kleine Kundenliste eines lokalen Betriebs liegt weit darunter. Dann dient sie eher zum Ausschließen oder als Ausgangspunkt für eine Lookalike Audience.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.
Datenschutz vor dem Hochladen
Eine Kundenliste enthält personenbezogene Daten, auch wenn sie gehasht übertragen wird. Ob und wie du sie für Werbung nutzen darfst, richtet sich nach der Datenschutz-Grundverordnung und gehört vorab geklärt. Zu den Daten des Pixels gehört laut Meta auch ein Facebook-Cookie [2]. Für Website-Zielgruppen ist deshalb meist eine Einwilligung der Besucher nötig. Wie Shops das lösen, beschreibt der Beitrag Wann braucht ein Shop ein Consent-Banner. SEO NW arbeitet mit dem Schwerpunkt organische Suche. Wer Meta-Kampagnen betreuen lassen will, findet die Leistung Meta Ads Management.

Für die Frage, welche Daten aus deiner Website überhaupt an Werbenetzwerke gehen, gibt es die gratis Sprechstunde. Darüber sprechen wir dort gern.
- Organisation Custom Audiences (Marketing API). Meta for Developers. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Meta Pixel. Meta for Developers. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Anzeigen-Targeting: Zielgruppenoptionen zum Erreichen von Kund*innen. Meta for Business. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist eine Custom Audience bei Facebook?
Eine Zielgruppe im Werbesystem von Meta aus Menschen, die dein Unternehmen schon kennen. Sie entsteht etwa aus einer Kundenliste, aus Besuchen auf deiner Website oder aus der Nutzung deiner App.
Wie werden Kundenlisten an Meta übertragen?
Gehasht. Meta verlangt das Verfahren SHA256 und unterstützt laut Entwicklerdokumentation keine anderen. Vorher müssen die Nutzungsbedingungen für Custom Audiences akzeptiert sein.
Was ist der Unterschied zwischen Custom und Lookalike Audience?
Die Custom Audience enthält bekannte Kontakte. Die Lookalike Audience sucht auf dieser Grundlage Menschen, die diesen Kontakten ähneln, und erreicht damit neue Nutzer.
Brauche ich für Website-Zielgruppen eine Einwilligung?
Zu den Daten des Meta-Pixels gehört ein Facebook-Cookie, deshalb ist meist eine Einwilligung nötig. Die genaue Einordnung hängt von deiner Website ab und gehört vorab geklärt.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


