Ein Server-Log ist die Protokolldatei eines Webservers. Jedes Mal, wenn ein Browser, ein Crawler oder ein anderes Programm eine Datei anfordert, schreibt der Server eine Zeile dazu. Anders als ein Analysewerkzeug im Browser braucht das Protokoll kein Skript auf der Seite und erfasst deshalb auch Abrufe von Suchmaschinen und anderen Bots. Wie man die Dateien für SEO auswertet, beschreibt der Eintrag Logfile-Analyse. Hier geht es um die Datei selbst.
Zugriffsprotokoll und Fehlerprotokoll
Der Webserver Apache führt zwei Arten von Protokollen. Das Fehlerprotokoll (Error Log) sammelt Diagnosemeldungen und Fehler und ist die erste Anlaufstelle, wenn der Server nicht startet oder sich seltsam verhält. Das Zugriffsprotokoll (Access Log) hält alle Anfragen fest, die der Server bearbeitet hat [1]. Für SEO ist meist das Zugriffsprotokoll gemeint, wenn von Server-Logs die Rede ist. Seit Apache 2.4 stehen Meldungen wie "File does not exist", also eine fehlende Datei, standardmäßig nur noch auf der Stufe info im Fehlerprotokoll [1].

Welche Felder eine Zeile enthält
Verbreitet sind zwei Formate. Das Common Log Format enthält sieben Angaben, das Combined Log Format ergänzt zwei weitere [1]:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Host | IP-Adresse des Clients oder eines Proxys |
| Identität und Benutzer | meist leer, bei geschützten Bereichen der Anmeldename |
| Zeit | Zeitpunkt der Anfrage |
| Anfragezeile | Methode, Pfad und Protokoll, etwa GET für eine Seite |
| Status | Statuscode der Antwort, etwa 200, 301 oder 404 |
| Größe | Größe der Antwort ohne Header |
| Referer | Seite, von der die Anfrage kam (nur Combined) |
| User-Agent | Selbstauskunft des Programms (nur Combined) |
Der User-Agent ist eine Selbstauskunft und lässt sich fälschen. Google beschreibt deshalb zwei Wege, einen Abruf als echten Googlebot zu bestätigen: eine umgekehrte DNS-Abfrage mit anschließender Vorwärtsabfrage oder den Abgleich mit den IP-Listen, die Google veröffentlicht [2]. Die einzelnen Schritte stehen im Eintrag Logfile-Analyse.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.
Umgang mit den Dateien
Protokolle wachsen schnell. Die Apache-Dokumentation rät, von Anfang an eine Rotation einzurichten, bei der regelmäßig eine neue Datei begonnen wird [1]. Sie warnt außerdem: Wer in das Verzeichnis schreiben darf, in dem die Protokolle liegen, kann sich unter Umständen die Rechte des Serverprozesses verschaffen. Und weil Teile einer Zeile ungefiltert vom Client stammen, können darin Steuerzeichen stehen [1]. Rohdaten sollten deshalb mit passenden Werkzeugen gelesen werden. Weil die Zeilen IP-Adressen enthalten, sollte vorab geklärt sein, wer Zugriff darauf hat und wie lange die Dateien aufbewahrt werden.

Bei gemieteten Hosting-Paketen hängt es vom Anbieter ab, ob und wo du an die Protokolle kommst und wie lange sie aufbewahrt werden. Ein Online-Händler, der nach einem Relaunch wissen will, ob der Googlebot die alten Adressen noch abruft, sollte deshalb früh klären, wie lange die Dateien vorgehalten werden.
Weiter im Verbund
Die Auswertung Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber Server-Logs auswerten, Programme dafür vergleicht die Seite Logfile-Analyse-Tools. Die Bedeutung der Codes erklärt der Eintrag HTTP-Statuscodes.
Für die Frage, ob sich eine Auswertung deiner Protokolle überhaupt lohnt, gibt es die gratis Sprechstunde.
- Organisation Log Files (Apache HTTP Server Version 2.4 Documentation). The Apache Software Foundation. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Anfragen von Google-Crawlern und -Fetchern überprüfen. Google-Crawling-Infrastruktur. Stand 25.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was steht in einem Server-Log?
Im Zugriffsprotokoll steht je Anfrage eine Zeile mit IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderter Adresse, Statuscode und Größe der Antwort. Im Combined Log Format kommen Referer und User-Agent dazu.
Was ist der Unterschied zwischen Access Log und Error Log?
Das Access Log hält alle bearbeiteten Anfragen fest. Das Error Log sammelt Diagnosemeldungen und Fehler des Servers und ist die erste Anlaufstelle bei technischen Problemen.
Kann ich im Server-Log echte Googlebots erkennen?
Ja. Der User-Agent allein reicht nicht, weil er sich fälschen lässt. Google empfiehlt eine umgekehrte DNS-Abfrage mit anschließender Vorwärtsabfrage oder den Abgleich mit Googles veröffentlichten IP-Listen.
Wo finde ich die Server-Logs meiner Website?
Auf einem selbst verwalteten Server im Log-Verzeichnis des Webservers. Bei gemieteten Paketen hängt das vom Hoster ab. Frag dort auch, wie lange die Dateien aufbewahrt werden.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


