Taxonomie heißt wörtlich Ordnungslehre. Die WordPress-Entwicklerdokumentation nennt sie schlicht ein vornehmes Wort für das Einteilen und Gruppieren von Dingen [1]. Auf einer Website ist die Taxonomie das System, nach dem Inhalte sortiert werden: Beiträge nach Themen, Produkte nach Warengruppen, Rezepte nach Zutaten oder Anlass. Die einzelnen Einträge einer Taxonomie heißen in WordPress Terms, also Begriffe [1].
Hierarchisch oder flach
Taxonomien gibt es in zwei Grundformen. Hierarchische haben Ober- und Unterbegriffe, flache stehen ohne Rangfolge nebeneinander [1]. WordPress bringt von Haus aus je ein Beispiel mit. Kategorien lassen sich verschachteln, etwa "Tiere" mit den Unterkategorien "Säugetiere", "Reptilien" und "Vögel". Wer die Elternkategorie aufruft, sieht auch die Beiträge aller Unterkategorien [2]. Schlagwörter sind dagegen flach, mehr dazu im Eintrag Tag-Seiten. Entwickler können außerdem eigene Taxonomien anlegen, die Dokumentation nennt als Beispiel eine Taxonomie "Kunst" mit den Begriffen "Modern" und "18. Jahrhundert" [1].

In Onlineshops ist die Warengruppe meist hierarchisch, die Merkmale wie Farbe, Größe oder Material sind flach. Aus ihrer Kombination entsteht die facettierte Navigation mit ihren vielen Filteradressen.
Was die Taxonomie für SEO bedeutet
In WordPress hat jede Kategorie eine eigene Listenseite mit eigener Adresse [2], und andere Systeme verfahren meist ähnlich. Die Taxonomie entscheidet also mit, wie viele Seiten eine Website hat, wie tief sie verschachtelt ist und welche Seiten sich gegenseitig verlinken. Google empfiehlt in seinem SEO-Startleitfaden, thematisch ähnliche Seiten in Verzeichnissen zu gruppieren. Dann kann Google zum Beispiel erkennen, dass sich Inhalte in einem Verzeichnis selten ändern und in einem anderen oft, und die Verzeichnisse unterschiedlich häufig crawlen [3]. Teile der Adresse können außerdem als Navigationspfad im Suchergebnis erscheinen [3]. Eine saubere Taxonomie trägt so die Website-Struktur und die Breadcrumb-Navigation.

Auch die Adressen kommen oft aus der Taxonomie. In WordPress wird der Slug einer Kategorie Teil der Adresse, aus "Tiere" mit dem Slug "tiere" wird eine Adresse wie beispiel.de/category/tiere/ [2]. Google rät, Wörter in die Adresse aufzunehmen, die für Nutzer hilfreich sein könnten. Eine Adresse, die nur aus zufälligen Kennungen besteht, sei für Nutzer weniger hilfreich [3]. Wer Begriffe sorgfältig benennt, bekommt also lesbare Adressen gleich mit.
Nach unserer Erfahrung wachsen die Probleme über die Jahre heran. Mehrere Redakteure legen ähnliche Begriffe an, eine Kategorie wird zur Sammelstelle für alles Übrige, und am Ende hängt derselbe Artikel in vier Gruppen. Hilfreich ist eine schriftliche Liste der erlaubten Begriffe mit je einem Satz, was hineingehört. Bei einem Fahrradladen stünde dann zum Beispiel fest, dass "E-Bikes" eine Warengruppe ist und "elektrisch" kein zusätzliches Merkmal braucht.
Wie sich eine Kategorienstruktur in Joomla anlegen lässt, zeigt der Beitrag Kategorien und Struktur in Joomla. Für Shops beschreibt der Ratgeber Kategorieseiten: Aufbau und Texte, wie eine Listenseite eigenen Inhalt bekommt.
Für die Frage, ob deine Kategorien und Schlagwörter noch zusammenpassen oder neu geordnet werden sollten, gibt es die gratis Sprechstunde.
- Organisation Taxonomies (Plugin Handbook). WordPress Developer Resources. Stand 14.12.2023. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Posts Categories screen. WordPress.org Documentation. Stand 26.06.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Startleitfaden. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Welche Taxonomien hat WordPress?
Von Haus aus Kategorien, die sich verschachteln lassen, und Schlagwörter, die flach nebeneinanderstehen. Entwickler können weitere eigene Taxonomien registrieren, etwa für Produkte, Orte oder Rezeptzutaten.
Was ist der Unterschied zwischen Taxonomie und Website-Struktur?
Die Taxonomie ordnet Inhalte nach Merkmalen. Die Website-Struktur beschreibt, wie die Seiten über Navigation und Links zusammenhängen. Meist bildet die Taxonomie einen großen Teil der Struktur, weil jeder Begriff eine Listenseite erzeugt.
Wie tief sollte eine Kategorienhierarchie sein?
Eine feste Regel nennt Google nicht. Je tiefer die Hierarchie, desto mehr Listenseiten mit sehr wenigen Einträgen entstehen, und desto länger werden die Wege von der Startseite zu einzelnen Inhalten.
Darf ein Beitrag in mehreren Kategorien stehen?
Technisch ja, WordPress erlaubt mehrere Kategorien je Beitrag. Für eine klare Ordnung ist eine Hauptkategorie meist besser, Querverbindungen übernehmen dann Schlagwörter oder interne Links.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


