Die Web Content Accessibility Guidelines, kurz WCAG, sind der internationale Standard für zugängliche Webinhalte. Herausgeber ist das World Wide Web Consortium (W3C), die Texte schreibt dort die Accessibility Guidelines Working Group [1]. Die Erfolgskriterien sind in drei Stufen gegliedert: A ist die unterste, AA die mittlere und AAA die höchste. Nach unserer Erfahrung zielen die meisten Projekte auf Stufe AA. Sie verlangt unter anderem einen Textkontrast von mindestens 4,5 zu 1 und eine vollständige Bedienung per Tastatur [2].
Aufbau: Grundsätze, Richtlinien, Erfolgskriterien
Die WCAG ordnen alles vier Grundsätzen zu: Inhalte sollen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein. Darunter stehen in der Fassung 2.2 dreizehn Richtlinien und zu jeder Richtlinie prüfbare Erfolgskriterien [1]. Ein Erfolgskriterium ist eine Aussage, die eine Seite erfüllt oder nicht. Drei Beispiele zeigen die Spannweite:

- 1.3.1 Info und Beziehungen (Stufe A): Struktur, die man sieht, etwa eine Überschrift oder eine Tabelle, muss auch im Code erkennbar sein.
- 2.4.6 Überschriften und Beschriftungen (Stufe AA): Überschriften und Beschriftungen beschreiben Thema oder Zweck.
- 2.5.8 Zielgröße (Stufe AA, neu in 2.2): Klickflächen sind mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel groß, mit einigen Ausnahmen.
Die genauen Formulierungen und Ausnahmen stehen im Standard selbst [2].
Versionen von 2.0 bis 2.2
Die WCAG 2.0 erschienen am 11.12.2008, die Fassung 2.1 am 05.06.2018 und die Fassung 2.2 am 05.10.2023, zuletzt aktualisiert am 12.12.2024 [1]. Jede neue Fassung ergänzt Kriterien, ohne die alten zu ändern. Wer WCAG 2.2 erfüllt, erfüllt deshalb auch 2.1 und 2.0. Eine Ausnahme ist das Kriterium 4.1.1 zur Syntaxprüfung, das in 2.2 entfallen ist [1]. Neu hinzu kamen neun Kriterien, darunter Vorgaben zu verdeckten Fokusrahmen, zur Zielgröße und zur barrierefreien Anmeldung [2]. Die Fassung 2.2 vom Oktober 2023 ist inzwischen als ISO/IEC 40500:2025 auch eine ISO-Norm. An einer Version 3.0 arbeitet das W3C, sie liegt aber nur als früher Entwurf vor [1].
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WCAG, BFSG und EN 301 549
Die WCAG selbst sind kein Gesetz. In Deutschland kommen sie über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz mittelbar ins Spiel. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit nennt die europäische Norm EN 301 549 als zentrale technische Referenz für das BFSG. Diese Norm verweist auf Erfolgskriterien der WCAG 2.1, eine aktualisierte Fassung soll auf die WCAG 2.2 verweisen [3]. Ob ein Angebot unter das Gesetz fällt, ist eine Rechtsfrage, die dieser Eintrag nicht beantwortet.
Was Barrierefreiheit insgesamt umfasst und was Suchmaschinen davon haben, erklärt der Eintrag Barrierefreiheit im Web. Die WCAG sind dort der Maßstab, hier geht es um den Standard selbst. Nach unserer Erfahrung decken sich viele Kriterien mit gutem technischem SEO, etwa saubere Überschriftenstruktur und Alt-Texte. Wie SEO NW beides zusammen umsetzt, steht auf der Seite Barrierefreiheit und SEO.
Welche WCAG-Kriterien deine Website heute schon erfüllt, lässt sich an ein paar Seiten abschätzen. Darüber sprechen wir in der gratis Sprechstunde, bring deine Fragen mit.
- Organisation WCAG 2 Overview. W3C Web Accessibility Initiative. Stand 17.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2. W3C. Stand 12.12.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Behörde Normen und Standards zum BFSG. Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung WCAG?
WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines, auf Deutsch Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Herausgeber ist das W3C.
Welche WCAG-Version ist aktuell?
Aktuell ist WCAG 2.2, zuletzt aktualisiert am 12.12.2024. Die Fassung 3.0 liegt nur als früher Entwurf vor.
Was ist der Unterschied zwischen A, AA und AAA?
Die Stufen geben an, wie weit die Anforderungen gehen. A ist die unterste Stufe, AAA die höchste. Nach unserer Erfahrung zielen die meisten Websites auf AA.
Sind die WCAG gesetzlich vorgeschrieben?
Die WCAG selbst sind ein Standard des W3C. Gesetze wie das BFSG verweisen über die Norm EN 301 549 auf ihre Erfolgskriterien. Ob dein Angebot betroffen ist, klärt eine Rechtsberatung.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


