Bisher läuft ein Onlinekauf so: Ein Mensch sucht, klickt sich durch Shops, legt etwas in den Warenkorb und bezahlt. Bei Agentic Commerce übernimmt ein KI-Agent Teile dieser Arbeit oder alles davon. Er sucht passende Produkte, vergleicht sie, stellt einen Warenkorb zusammen und schließt den Kauf ab, nachdem der Mensch zugestimmt hat. Damit das zwischen Agent, Händler und Zahlungsdienst funktioniert, braucht es gemeinsame Regeln. Seit dem Herbst 2025 sind dafür mehrere offene Protokolle erschienen.
Die Protokolle im Überblick
Am 29.09.2025 haben Stripe und OpenAI das Agentic Commerce Protocol vorgestellt, einen offenen Standard, den beide gemeinsam entwickelt haben. Zum Start konnten Nutzer von ChatGPT in den USA über die Funktion Instant Checkout direkt im Chat bei Händlern von Etsy kaufen. Der Händler bleibt dabei für Sortiment, Auftragsabwicklung und Retouren zuständig und kann Bestellungen annehmen oder ablehnen [1]. Die Zahlung läuft über ein sogenanntes Shared Payment Token, das Stripe nach der Zahlung ausstellt. Es gilt nur für einen bestimmten Händler und einen bestimmten Warenkorbwert, und es legt die Zahlungsdaten des Käufers nicht offen [1].

Google hat am 16.09.2025 das Agent Payments Protocol, kurz AP2, angekündigt, entwickelt mit mehr als 60 Unternehmen aus Zahlungsverkehr und Technik. Es soll belegen, dass ein Mensch einen Kauf wirklich beauftragt hat. Dafür nutzt AP2 sogenannte Mandate, kryptografisch signierte Nachweise der Anweisung. Ein Intent Mandate hält fest, was der Agent kaufen darf, etwa bis zu welchem Preis. Ein Cart Mandate entsteht, wenn der Mensch den fertigen Warenkorb freigibt [2]. AP2 lässt sich als Erweiterung des Model Context Protocol und des Agent2Agent-Protokolls nutzen [2].
Das Universal Commerce Protocol, kurz UCP, beschreibt Google als offenen Standard für den gesamten Kaufprozess, von der Recherche über den Kauf bis zum Kundenservice danach. Es ist mit A2A, AP2 und MCP kompatibel [3].
Kaufen im KI-Modus von Google
Auf UCP beruht ein Kaufen-Button im KI-Modus der Google-Suche und in Gemini. Er erscheint nur bei Produkten, deren Eintrag im Merchant Center ein eigenes Attribut für die Kaufberechtigung trägt, und bezahlt wird über Google Pay [3]. Der Händler bleibt Vertragspartner [3]. Der Hilfeartikel gilt nach eigener Angabe nur für Produkte in den USA, Kanada und Australien und für ausgewählte Händler [3]. Für Shops in Deutschland ist die Funktion damit noch kein Thema, die Entwicklung lohnt aber den Blick.

Was heute schon zählt, sind saubere Produktdaten. Google nennt für alle KI-Funktionen der Suche dieselben Grundlagen wie für die normale Suche, dazu ein aktuelles Merchant Center und Unternehmensprofil [4]. Ein Agent kann nur kaufen, was er findet und richtig versteht. Preise, Verfügbarkeit und Versandangaben im Shopping-Feed müssen deshalb mit dem Shop übereinstimmen. Wie Inhalte in KI-Antworten auftauchen, beantwortet die Frage Wie kommt man in KI-Antworten vor.
Du betreibst einen Onlineshop und fragst dich, was KI-Agenten für deine Produktdaten bedeuten? Darüber sprechen wir in der gratis Sprechstunde.
- Organisation Stripe powers Instant Checkout in ChatGPT and releases Agentic Commerce Protocol codeveloped with OpenAI. Stripe Newsroom. Stand 29.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Announcing Agent Payments Protocol (AP2). Google Cloud Blog. Stand 16.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Universal Commerce Protocol (UCP) und UCP-basierte Direktkauf-Funktion bei Google. Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation KI-Funktionen und deine Website. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Agentic Commerce und normalem Onlineshopping?
Beim normalen Onlineshopping sucht und kauft der Mensch selbst. Bei Agentic Commerce erledigt ein KI-Agent Suche, Vergleich und Kauf im Auftrag des Menschen, der den Kauf freigibt oder vorab Grenzen festlegt.
Kann ich in Deutschland schon über den KI-Modus von Google verkaufen?
Der Hilfeartikel zur UCP-Kauffunktion gilt nach eigener Angabe nur für Produkte in den USA, Kanada und Australien und für ausgewählte Händler.
Was ist ein Mandat bei AP2?
Ein kryptografisch signierter Nachweis, dass ein Mensch dem Agenten einen Auftrag gegeben hat. Das Intent Mandate legt Regeln wie Preisgrenzen fest, das Cart Mandate hält den freigegebenen Warenkorb fest.
Was sollte ein Onlineshop heute tun?
Produktdaten im Merchant Center aktuell halten und dafür sorgen, dass Preise, Verfügbarkeit und Versand mit dem Shop übereinstimmen. Diese Grundlagen nennt Google für alle KI-Funktionen der Suche.
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