Kommentarfelder, Kontaktformulare und Anmeldungen ziehen automatische Programme an, die dort Werbung abladen oder massenhaft Konten anlegen. Ein Captcha soll sie aufhalten. Das W3C beschreibt es als Test, der auf einer Aufgabe beruht, die für Maschinen schwer und für Menschen vergleichsweise leicht sein soll [1]. Die Abkürzung steht für "Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart" [1].
Arten von Captchas
Die bekannteste Form zeigt verzerrte Buchstaben oder Ziffern, die abgetippt werden müssen. Andere verlangen, auf bestimmten Bildern Gegenstände anzuklicken, oder spielen eine Tonaufnahme ab. Das W3C fasst unter dem Begriff ausdrücklich auch Verfahren ohne Aufgabe zusammen [1]. Ein Beispiel ist reCAPTCHA v3 von Google. Es vergibt für jede Anfrage einen Wert zwischen 0,0 und 1,0, ohne dass der Besucher etwas tun muss. 1,0 steht für eine sehr wahrscheinlich echte Interaktion, 0,0 für einen sehr wahrscheinlichen Bot. Als Startwert für die Grenze nennt Google 0,5 [2]. Google empfiehlt, reCAPTCHA in Formularen und zusätzlich im Hintergrund der Seiten zu laden [2].
Wer an Captchas scheitert
Das W3C hat den Problemen ein eigenes Dokument gewidmet. Bild-Captchas lassen sich mit einem Screenreader nicht lesen, und auch Menschen mit Sehschwäche oder Legasthenie tun sich schwer [1]. Audio-Captchas sind für gehörlose und schwerhörige Menschen kaum lösbar und laut W3C oft schwer verständlich [1]. Dazu kommen Hürden für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, für Besucher, die die Sprache der Aufgabe nicht sprechen, und auf kleinen Bildschirmen [1].

Als Alternativen nennt das W3C unter anderem ein verstecktes Formularfeld, das nur Bots ausfüllen, eine Begrenzung der Anfragen je Zeit, Spamfilter und die Erkennung auffälliger Muster wie ungewöhnlich vieler Anfragen [1]. Bei Benutzerkonten kommen Prüfungen in zwei Schritten oder über ein zweites Gerät dazu [1]. Keines dieser Verfahren verlangt vom Besucher, ein Rätsel zu lösen. Für ein Kontaktformular reicht nach unserer Erfahrung oft eine Kombination aus verstecktem Feld und Spamfilter. Was Barrierefreiheit im Web verlangt, erklären die Einträge Barrierefreiheit und WCAG.
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Captchas und Suchmaschinen
Für SEO wird ein Captcha zum Problem, wenn es vor dem Inhalt steht. Manche CDNs und Firewalls zeigen bei Verdacht eine Zwischenseite mit der Frage, ob man ein Mensch ist. Google schreibt dazu, dass Crawler in diesem Fall nur diese Prüfseite sehen und nicht die Website [3]. Für eine gewollte Sperre empfiehlt Google den Statuscode 503 [3]. Kommt die Prüfseite mit Status 200, nennt Google das besonders schädlich [3]. Ob der Googlebot durchkommt, zeigt das URL-Prüftool der Search Console. Steht im gerenderten Bild eine Bot-Abfrage, rät Google, sich an den Anbieter des CDN zu wenden [3].
Ein Captcha, das nur ein Kontaktformular schützt, steht nach unserer Einschätzung dem Lesen der Seite nicht im Weg. Der Text bleibt für Crawler lesbar, solange das Captcha nicht vor der ganzen Seite steht. Gegen Spam in Kommentaren hilft der Eintrag Kommentar-Spam weiter.
Ob deine Bot-Abwehr auch Suchmaschinen aussperrt, ist eine Frage, über die wir in der gratis Sprechstunde sprechen.
- Organisation Inaccessibility of CAPTCHA: Alternatives to Visual Turing Tests on the Web (Group Draft Note). W3C Accessible Platform Architectures Working Group. Stand 16.12.2021. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation reCAPTCHA v3. Google for Developers. Stand 10.07.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Crawling December: CDNs and crawling (Martin Splitt, Gary Illyes). Google Search Central Blog. Stand 24.12.2024. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wofür steht Captcha?
Für "Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart", also einen automatischen Test, der Menschen von Computern unterscheiden soll.
Sind Captchas barrierefrei?
Viele nicht. Das W3C beschreibt, dass Bild-Captchas für Screenreader unlesbar sind und Audio-Captchas für gehörlose Menschen kaum lösbar. Es nennt Alternativen wie versteckte Formularfelder, Spamfilter und Anfragegrenzen.
Schadet ein Captcha meinem Ranking?
Ein Captcha, das nur ein Formular schützt, betrifft nach unserer Einschätzung nur das Absenden, der Inhalt der Seite bleibt lesbar. Zeigt ein CDN oder eine Firewall aber vor der ganzen Seite eine Bot-Abfrage, sieht der Crawler laut Google nur diese Abfrage.
Wie funktioniert reCAPTCHA v3?
Es zeigt keine Aufgabe und vergibt für jede Anfrage einen Wert zwischen 0,0 und 1,0. Der Websitebetreiber legt fest, ab welchem Wert er eine Anfrage als Bot behandelt, Google nennt 0,5 als Startwert.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


