Viele Websites binden Dienste ein, die Informationen auf dem Gerät der Besucher speichern oder dort auslesen: Statistik, Karten, Videos, Werbung. Einwilligungsmanagement ist der Teil der Website, der dafür die Zustimmung einholt, die Entscheidung festhält und dafür sorgt, dass sich die Dienste daran halten. Die Software dahinter heißt Consent-Management-Plattform, kurz CMP. IAB Europe beschreibt CMPs als Anbieter von Software, die Hinweise wie Cookie-Banner erzeugt und die Präferenzen der Nutzer erfasst [1].
Woher die Pflicht kommt
In Deutschland regelt § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) den Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen. Nach Absatz 1 ist das Speichern von Informationen auf dem Endgerät oder der Zugriff darauf nur mit Einwilligung nach klarer und umfassender Information erlaubt. Absatz 2 nennt Ausnahmen, etwa wenn der Zugriff für einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist [2]. Welche Dienste einer konkreten Website darunter fallen, ist eine Rechtsfrage, die dieser Eintrag nicht beantwortet.
Was eine CMP technisch leistet
Eine CMP zeigt beim ersten Besuch die Auswahl, speichert die Entscheidung und gibt sie an die eingebundenen Dienste weiter. Für Google-Dienste geschieht das über den Einwilligungsmodus. Google schreibt dazu, dass der Betreiber der Website den Einwilligungsstatus selbst einholen muss, etwa über ein Banner oder eine CMP, und dass viele CMPs ihn automatisch an Google übermitteln [3]. Der Einwilligungsmodus unterscheidet mehrere Einwilligungsarten, darunter ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization, jeweils mit dem Wert granted oder denied [3]. Im einfachen Modus laden die Google-Tags erst nach der Entscheidung im Banner, im erweiterten Modus laden sie sofort und senden ohne Einwilligung Messungen ohne Cookies [3]. Mehr dazu erklärt die FAQ Was ist Consent Mode?.

In der Werbebranche ist das Transparency and Consent Framework (TCF) von IAB Europe verbreitet, ein freiwilliger Branchenstandard, mit dem Websites, CMPs und Werbedienstleister Nutzern einen einheitlichen Ablauf bei Datenschutzentscheidungen bieten [1]. Aktuell ist die Fassung 2.3 [1]. Google verlangt von Publishern im Europäischen Wirtschaftsraum und im Vereinigten Königreich seit dem 16.01.2024, in der Schweiz seit dem 31.07.2024, für personalisierte Anzeigen eine von Google zertifizierte CMP, die das TCF unterstützt [4].
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Bezug zu Suche und Analyse
Für die Suchmaschinenoptimierung zählt das Einwilligungsmanagement vor allem bei der Messung. Wer ablehnt, taucht in Statistiken mit Cookies nicht oder nur eingeschränkt auf. Nach unserer Erfahrung ist das ein häufiger Grund, warum Zahlen aus der Webanalyse von denen der Search Console abweichen. Wie sich Reichweitenmessung und Banner zueinander verhalten, beschreibt der Ratgeber Cookie-Banner und Reichweitenmessung, die Umsetzung im Shop die Seite Consent-Banner im Shop. Den Begriff der Speicherung selbst erklärt der Eintrag Cookies.
Wenn du wissen willst, welche Dienste auf deiner Website überhaupt Daten speichern und wie das Banner mit deiner Statistik zusammenspielt, sprechen wir in der gratis Sprechstunde über die technische Seite.
- Organisation TCF: Transparency and Consent Framework. IAB Europe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Gesetz § 25 TDDDG Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen. Bundesministerium der Justiz. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Einwilligungsmodus: Übersicht. Google for Developers. Stand 30.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Anforderungen von Google an die Einwilligungsverwaltung für die Anzeigenbereitstellung im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich. Google AdSense-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist eine CMP?
CMP steht für Consent-Management-Plattform. Das ist die Software, die das Einwilligungsbanner zeigt, die Entscheidung der Besucher speichert und sie an eingebundene Dienste weitergibt.
Ist Einwilligungsmanagement dasselbe wie ein Cookie-Banner?
Das Banner ist der sichtbare Teil. Zum Einwilligungsmanagement gehört außerdem, die Entscheidung zu speichern und dafür zu sorgen, dass Dienste erst nach Zustimmung laden oder Daten senden.
Was ist das TCF?
Das Transparency and Consent Framework ist ein freiwilliger Branchenstandard von IAB Europe für Onlinewerbung. Mit ihm sollen Websites, CMPs und Werbedienstleister Nutzern einen einheitlichen Ablauf bei Datenschutzentscheidungen bieten.
Braucht meine Website eine CMP?
Das hängt davon ab, welche Dienste sie einbindet, und ist eine Rechtsfrage. § 25 TDDDG verlangt für das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Endgerät grundsätzlich eine Einwilligung und nennt Ausnahmen. Für die Einordnung im Einzelfall ist eine rechtliche Beratung zuständig.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


