Ein Attribution-Modell ist eine Rechenregel. Sie bestimmt, wie der Wert eines Kaufs oder einer Anfrage auf die Kontaktpunkte verteilt wird, die vorher stattgefunden haben. Kam jemand zuerst über die Google-Suche, dann über einen Newsletter und zuletzt über eine Anzeige, legt das Modell fest, ob einer dieser Wege alles bekommt oder ob sich die drei den Wert teilen. Was Attribution als Ganzes bedeutet, steht im Eintrag Attribution. Der Weg der Besucher bis zum Abschluss heißt Customer Journey.
Regelbasierte Modelle
Die ältere Gruppe arbeitet mit festen Regeln. Matomo bietet sie in seinem Plugin für Mehrkanal-Attribution an und beschreibt sie so [2]: Bei der letzten Interaktion geht der ganze Abschluss an den letzten Kontaktpunkt. Eine Variante überspringt direkte Aufrufe und wertet die letzte Interaktion, die kein direkter Einstieg war. Die erste Interaktion macht es umgekehrt und belohnt den ersten Kontakt. Das lineare Modell verteilt den Wert zu gleichen Teilen auf alle Interaktionen. Positionsbasiert bekommen die erste und die letzte Interaktion je 40 Prozent, der Rest verteilt sich auf die Kontakte dazwischen. Beim Zeitverfall zählt ein Kontakt umso mehr, je näher er am Abschluss liegt [2].
In jeder dieser Regeln steckt eine Annahme. Wer nach dem letzten Klick rechnet, unterstellt, dass der letzte Anstoß den Ausschlag gibt. Wer nach dem ersten Klick rechnet, hält das Wecken des Interesses für den eigentlichen Beitrag. Welche Annahme zu deinem Geschäft passt, verraten die Daten selbst nicht.
Das datengetriebene Modell
Hier gibt es keine feste Regel. Google Analytics 4 verteilt den Wert eines Schlüsselereignisses anhand der Daten des eigenen Kontos und vergleicht dafür mit maschinellem Lernen die Pfade von Nutzern mit und ohne Abschluss [1]. Das Modell wird je Konto und Schlüsselereignis angepasst. Conversions können dabei bis zu sieben Tage nach dem Abschluss noch neu zugeordnet werden, die Zahlen der letzten Tage ändern sich also nachträglich [1]. In Google Ads ist das datengetriebene Modell für die meisten Conversion-Aktionen die Voreinstellung [3].
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Was GA4 und Google Ads heute anbieten
Die Modelle Erster Klick, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert gibt es in Google Analytics seit November 2023 nicht mehr [1]. Übrig sind das datengetriebene Modell und zwei Varianten des letzten Klicks. Die eine berücksichtigt bezahlte und organische Kanäle und ignoriert direkte Zugriffe, die andere wertet nur bezahlte Google-Kanäle und fällt auf die erste zurück, wenn im Pfad kein Anzeigenklick vorkommt [1]. Auch Google Ads unterstützt die vier älteren Modelle nicht mehr. Conversion-Aktionen, die sie nutzten, wurden auf die datengetriebene Attribution umgestellt [3]. Wer die regelbasierten Modelle nebeneinander sehen will, braucht ein anderes Werkzeug, zum Beispiel das kostenpflichtige Plugin für Matomo [2].

In GA4 findest du die Einstellung unter Verwaltung im Bereich Datenanzeige bei den Ereignissen, dort liegen die Attributionseinstellungen. Ändern darf sie, wer auf Property-Ebene mindestens die Rolle Marketingexperte hat [1]. Dort steht auch das Lookback-Window, also wie weit ein Kontakt zurückliegen darf, um noch mitzuzählen. Voreingestellt sind 30 Tage für Akquisitionsereignisse wie den ersten Besuch und 90 Tage für alle anderen Schlüsselereignisse [4]. Ein Wechsel des Modells wirkt laut Google auf frühere und künftige Daten [4]. Das Matomo-Plugin schaut standardmäßig 90 Tage vor den Abschluss zurück [5].
Welches Modell für SEO passt
Für die organische Suche ist die Wahl nicht gleichgültig. Nach unserer Erfahrung lesen viele Besucher einen Ratgeber lange vor ihrer Anfrage und kommen später über den Firmennamen oder eine Anzeige zurück. Ein Modell nach dem letzten Klick schreibt den Abschluss dann diesem späten Kontakt zu. Die beiden Modelle, die Google heute anbietet, erklären die Einträge Last-Click-Attribution und Data-Driven Attribution. Wie du Abschlüsse aus der Suche überhaupt erst erfasst, zeigt der Ratgeber Conversions aus der organischen Suche messen.
Wenn du nicht weißt, welches Modell in deiner Webanalyse eingestellt ist und wie es die Zahlen der organischen Suche färbt, sprechen wir in der gratis Sprechstunde darüber.
- Organisation Attributionsmodelle. Google Analytics-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Multi Channel Conversion Attribution. Matomo Marketplace. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Attributionsmodelle in Google Ads. Google Ads-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Attributionseinstellungen. Google Analytics-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Multi Channel Conversion Attribution (Report Guide). Matomo. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Attribution und Attribution-Modell?
Attribution ist die Zuordnung eines Abschlusses zu den Kanälen, über die jemand kam. Das Modell ist die konkrete Regel, nach der diese Zuordnung gerechnet wird, etwa nach dem letzten Klick oder datengetrieben.
Welche Attribution-Modelle gibt es in GA4 noch?
Das datengetriebene Modell und zwei Varianten des letzten Klicks, eine für bezahlte und organische Kanäle und eine nur für bezahlte Google-Kanäle. Erster Klick, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert wurden im November 2023 entfernt.
Wie verteilt das positionsbasierte Modell den Wert?
In der Beschreibung von Matomo bekommen der erste und der letzte Kontakt je 40 Prozent. Die übrigen 20 Prozent teilen sich die Kontakte dazwischen.
Ändert ein Modellwechsel in GA4 auch alte Berichte?
Ja. Laut Google wirkt sich die Änderung des Attributionsmodells auf frühere und künftige Daten aus.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


