Eine Webseite ist für Menschen geschrieben. Ein Programm erkennt darin Zeichen und Links, weiß aber nicht ohne Weiteres, dass "Mannheim" ein Ort ist und die Ziffernfolge daneben eine Postleitzahl. Das Semantische Web soll diese Lücke schließen. Bekannt wurde die Idee durch den Artikel "The Semantic Web" von Tim Berners-Lee, James Hendler und Ora Lassila, der im Mai 2001 in Scientific American erschien [1]. Das World Wide Web Consortium (W3C) beschreibt das Semantische Web als gemeinsamen Rahmen, in dem Daten über die Grenzen von Anwendungen, Unternehmen und Gemeinschaften hinweg geteilt und wiederverwendet werden können. Als Grundlage nennt es RDF [2].
Aussagen als Tripel
RDF, das Resource Description Framework, zerlegt Wissen in einfache Aussagen aus drei Teilen: Subjekt, Prädikat und Objekt [3]. "Eine Bäckerei hat ihren Sitz in Mannheim" wäre so ein Tripel. Subjekt und Objekt sind die verbundenen Dinge, das Prädikat beschreibt, wie sie zusammenhängen. Benannt werden die Dinge über IRIs, also globale Bezeichner, die jeder wiederverwenden darf [3]. Weil dieselbe Ressource in vielen Aussagen vorkommen kann, wächst aus den Tripeln ein Graph. Aufschreiben lässt sich derselbe Graph in mehreren Formaten, darunter Turtle, JSON-LD, RDFa und RDF/XML [3].

Damit Maschinen sich verstehen, brauchen sie gemeinsame Begriffe, sogenannte Vokabulare. Die RDF-Einführung des W3C nennt Dublin Core für Angaben wie Urheber und Titel, FOAF für Personen und ihre Beziehungen, SKOS für Thesauri und Klassifikationen und OWL für aufwendigere Modelle. Auch schema.org steht in der Liste, als Vokabular, mit dem Suchmaschinen Webseiten auszeichnen [3]. Daten, die nach diesem Muster veröffentlicht und untereinander verknüpft werden, heißen Linked Data. Als Beispiele führt das Dokument Wikidata, DBpedia und Europeana auf [3].
Was davon in der Suche ankommt
Als eigenes Arbeitsgebiet gibt es die Semantic Web Activity des W3C nicht mehr. Sie ging im Dezember 2013 in der allgemeineren Data Activity auf [2]. Ein Teil der Technik begegnet dir in der Suchmaschinenoptimierung trotzdem ständig, nämlich bei den strukturierten Daten.

Die meisten strukturierten Daten für die Google Suche nutzen das Vokabular von schema.org. Google unterstützt dafür JSON-LD, Mikrodaten und RDFa und empfiehlt im Allgemeinen JSON-LD [4]. JSON-LD und RDFa führt die RDF-Einführung des W3C selbst als Schreibweisen für RDF auf [3]. Wer eine Organisation, ein Produkt oder einen Artikel auszeichnet, formuliert also maschinenlesbare Aussagen im Sinne des Semantischen Webs. Eine besondere Darstellung folgt daraus nicht von selbst: Google nennt Voraussetzungen wie vollständige Pflichtangaben und schreibt, dass die Daten sonst unter Umständen nicht als Rich-Suchergebnis erscheinen [4].
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Verwandte Begriffe
Wie Google die Bedeutung einer Suchanfrage erfasst, beschreibt der Eintrag Semantische Suche, das Planen von Inhalten nach Themen der Eintrag Semantisches SEO. Googles eigene Wissensdatenbank über Personen, Orte und Organisationen ist der Knowledge Graph. Die Auszeichnung im Quelltext erklärt der Eintrag Strukturierte Daten. Welche Typen eine Website tatsächlich braucht, beantwortet das FAQ-Portal unter Welche strukturierten Daten brauche ich.
Wenn du nicht sicher bist, ob das JSON-LD auf deiner Website schon genug über dein Unternehmen aussagt, sprechen wir in der gratis Sprechstunde darüber.
- Studie The Semantic Web (Tim Berners-Lee, James Hendler, Ora Lassila). Scientific American, Vol. 284, Nr. 5. Stand 01.05.2001. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation W3C Semantic Web Activity. World Wide Web Consortium (W3C). Stand 11.12.2013. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation RDF 1.1 Primer. World Wide Web Consortium (W3C). Stand 24.06.2014. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Einführung in das Markup für strukturierte Daten in der Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wer hat das Semantische Web erfunden?
Bekannt gemacht hat die Idee Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, zusammen mit James Hendler und Ora Lassila. Ihr Artikel "The Semantic Web" erschien im Mai 2001 in Scientific American.
Was ist der Unterschied zwischen RDF und schema.org?
RDF ist das Datenmodell, das Aussagen als Tripel aus Subjekt, Prädikat und Objekt beschreibt. schema.org ist ein Vokabular, also eine Sammlung von Begriffen, mit denen Suchmaschinen Webseiten auszeichnen.
Was ist Linked Data?
Linked Data sind Daten, die mit RDF im Web veröffentlicht und über eindeutige Adressen miteinander verknüpft werden. Bekannte Beispiele sind Wikidata und DBpedia.
Brauche ich das Semantische Web für SEO?
Die großen Ideen dahinter musst du nicht umsetzen. Strukturierte Daten mit schema.org, am besten als JSON-LD, nutzt du aber schon, sobald du Organisation, Produkte oder Artikel auszeichnest.
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