Der Begriff Advertorial ist ein Kofferwort aus den englischen Wörtern advertisement, also Anzeige, und editorial, also redaktioneller Beitrag. Gemeint ist eine Werbeanzeige, die so gestaltet ist, dass sie wie ein unabhängiger redaktioneller Beitrag wirkt [1]. Ursprünglich stammt die Form aus gedruckten Publikationen. Im Netz begegnet sie dir als gesponserter Beitrag auf Nachrichtenseiten, als bezahlter Artikel in einem Blog oder als Produktvorstellung in einem Fachportal.
Was Google zu Advertorials sagt
Für die Suchmaschinenoptimierung zählen vor allem die Links in solchen Beiträgen. Googles Spamrichtlinien nennen ausdrücklich Textanzeigen oder Native Advertising, bei denen der Websiteinhaber für Artikel bezahlt wird, als Beispiel für Link-Spam, sofern die Artikel Links enthalten, die das Ranking weitergeben, oder optimierte Ankertexte verwenden [2]. Ein Advertorial, das mit dem Linktext "günstige Trauringe" auf einen Juwelier verweist, wäre ein typischer Fall.

Gegen die Richtlinien verstößt ein Advertorial deshalb nicht automatisch. Kauf und Verkauf von Links zu Werbe- oder Sponsoringzwecken verstoßen laut Google nicht gegen die Richtlinien, wenn die Links mit rel="nofollow" oder rel="sponsored" gekennzeichnet sind [2]. Für bezahlte Platzierungen empfiehlt Google den Wert sponsored, nofollow ist weiter zulässig, und beide lassen sich kombinieren [3]. Links mit diesen Attributen folgt Google in der Regel nicht [3]. Die Unterschiede erklären die Einträge sponsored-Attribut und nofollow-Attribut.
Advertorial oder Gastbeitrag
Die Grenze zum Gastbeitrag ist fließend. Für Google entscheidend ist, ob Geld gegen Links oder gegen Beiträge mit Links getauscht wird [2]. Schreibt eine Fachfrau einen Beitrag, weil die Redaktion sie darum gebeten hat, ist das ein Gastbeitrag. Zahlt ihr Unternehmen dafür, dass der Text mit Link erscheint, ist es ein bezahlter Beitrag, und die Links brauchen die passenden Attribute. Wie Gastbeiträge sauber laufen, beschreibt der Ratgeber Gastbeiträge richtig einsetzen.

Nach unserer Erfahrung bieten manche Portale "Artikel mit Follow-Link" ausdrücklich gegen Geld an. Wer so etwas bucht, kauft einen Link, der gegen Googles Richtlinien verstößt, sobald das Attribut fehlt [2]. Ob gekaufte Links erlaubt sind, beantwortet ausführlicher die Frage Sind gekaufte Links erlaubt.
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Kennzeichnung für Leser
Das Attribut sieht nur die Suchmaschine. Für Leser verlangt der Pressekodex des Deutschen Presserats, dass bezahlte Veröffentlichungen als Werbung erkennbar sind, durch Kennzeichnung oder Gestaltung [4]. Daneben gelten werberechtliche Regeln [4]. Unter dem Stichwort Schleichwerbung nennt der Kodex als Warnzeichen, wenn ein redaktioneller Beitrag von dritter Seite bezahlt oder mit geldwerten Vorteilen belohnt wird [4]. Was das im Einzelfall heißt, ist eine Rechtsfrage. Einen Einstieg gibt der Ratgeber Kennzeichnung von Werbung und Affiliate-Links, verbindlich klären kann es nur eine Anwältin oder ein Anwalt.
Wenn dir ein Portal einen bezahlten Artikel mit Link angeboten hat und du unsicher bist, was du davon halten sollst, sprechen wir in der gratis Sprechstunde darüber.
- advertorial. Wiktionary. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Ausgehende Links für Google eingrenzen. Google Search Central. Stand 08.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Pressekodex, Ziffer 7 mit Richtlinien 7.1 und 7.2. Deutscher Presserat. Stand 19.03.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Woher kommt das Wort Advertorial?
Es verbindet die englischen Wörter advertisement und editorial. Gemeint ist eine Anzeige, die wie ein redaktioneller Artikel aussieht.
Verstoßen Advertorials gegen Googles Richtlinien?
Nicht automatisch. Google wertet nur Links in bezahlten Artikeln als Link-Spam, die das Ranking weitergeben oder optimierte Ankertexte nutzen. Mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet verstoßen sie nicht gegen die Richtlinien.
Welches Attribut gehört an einen Link in einem Advertorial?
Google empfiehlt für bezahlte Platzierungen rel="sponsored". rel="nofollow" ist weiter zulässig, beide Werte lassen sich auch kombinieren.
Muss ein Advertorial als Werbung gekennzeichnet sein?
Der Pressekodex verlangt, dass bezahlte Veröffentlichungen als Werbung erkennbar sind. Welche Pflichten im Einzelfall gelten, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.
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