HARO
HARO („Help A Reporter Out“) war über Jahre die bekannteste Plattform, um Journalisten mit Experten zu verbinden – und ein beliebtes Werkzeug für PR und Linkaufbau. Doch HARO in seiner ursprünglichen Form gibt es nicht mehr: Der Dienst wurde Ende 2024 eingestellt. Dieser Leitfaden erklärt verständlich, was HARO war, wie das Prinzip funktionierte, was damit aus SEO-Sicht wirklich dran ist – und welche aktiven Plattformen die Funktion heute übernommen haben. Denn das Prinzip lebt weiter, auch wenn der Name HARO Geschichte ist.
Das Wichtigste vorab:
Cision benannte HARO Anfang 2024 in Connectively um und stellte den Dienst am 9. Dezember 2024 ein – im Zuge der Konzentration auf die Plattform CisionOne. Im April 2025 kaufte das Unternehmen Featured die Marke „HARO“ und betreibt sie seitdem als kostenlosen Newsletter. Das ist jedoch nicht die alte Plattform. Dieser Eintrag ordnet HARO daher historisch ein und zeigt, wie das Prinzip heute weiterlebt.
Was war HARO?
HARO (Help A Reporter Out) war ein kostenloser Vermittlungsdienst, der Journalisten mit Experten und Quellen verband. Journalisten stellten Anfragen nach Expertenmeinungen, Quellen antworteten – und wurden bei Verwendung in der Publikation zitiert, oft mit einem Link zur eigenen Website.
Für PR-Fachleute und SEOs war HARO über Jahre ein beliebter Weg, an redaktionelle Erwähnungen und Backlinks von etablierten Medien zu kommen, ohne dafür zu bezahlen. Das Prinzip aus „Anfrage und Antwort“ ist bis heute die Grundlage der sogenannten reaktiven digitalen PR – und funktioniert über die aktuellen Nachfolger genauso. HARO selbst ist allerdings Geschichte.
Wie HARO funktionierte
Das Funktionsprinzip war ein Source-Request-System – ein Kreislauf aus Anfrage und Antwort:
HARO versendete täglich mehrere E-Mails mit zahlreichen Anfragen aus Kategorien wie Wirtschaft, Technologie, Gesundheit oder Lifestyle. Registrierte Quellen suchten sich die passenden heraus und antworteten. Wurde eine Antwort verwendet, erschien der Experte als Quelle in der Publikation – häufig mit einer Markenerwähnung und einem Link zur eigenen Website.
Geschichte & das Aus
HARO begann 2008, als Peter Shankman den Dienst zunächst als Facebook-Gruppe und dann als E-Mail-Service startete. Die Idee, „einem Reporter auszuhelfen“, wuchs schnell zu einem festen Werkzeug der PR-Branche. 2010 übernahm das Unternehmen Vocus die Plattform, die später mit Cision fusionierte.
Unter Cision wurde HARO Anfang 2024 in Connectively umbenannt, um den Dienst zu modernisieren. Doch der Relaunch brachte vor allem mehr Komplexität und Abogebühren, die viele Nutzer vertrieben. Bereits im November 2024 kündigte Cision das Aus an: Am 9. Dezember 2024 wurde Connectively eingestellt. Damit endete die Ära der ursprünglichen HARO-Plattform nach mehr als 16 Jahren. Die Marke „HARO“ wurde im April 2025 von Featured übernommen und lebt als kostenloser Newsletter weiter – nun aber als Teil eines anderen Anbieters.
HARO & SEO: was bleibt
Aus SEO-Sicht galt HARO lange als wertvolle Quelle für hochwertige, redaktionelle Backlinks: organische Links und Markenerwähnungen von etablierten Publikationen, ohne dafür zu bezahlen. Diese Einschätzung sollte man allerdings nüchtern betrachten.
Nicht jede Erwähnung bringt einen verlinkten Treffer, und viele große Medien setzen Links aus solchen Quellen auf nofollow. Der eigentliche Wert liegt heute oft weniger im reinen Link als in der Markenbekanntheit, der Autorität durch eine glaubwürdige Erwähnung und dem direkten Referral-Traffic. Solche redaktionellen Erwähnungen werden zunehmend auch von KI-Suchsystemen als vertrauenswürdige Quelle wahrgenommen.
Wer das Source-Request-Prinzip rein als Linkbuilding-Trick missbraucht und massenhaft generische Antworten verschickt, riskiert minderwertige Platzierungen – und Google bewertet manipulativ aufgebaute Links ohnehin ab. Nachhaltig ist die ehrliche Variante: echte Expertise, präzise auf die Anfrage zugeschnitten. Das Gute daran: Genau dieses Prinzip funktioniert unverändert weiter, nur über andere Plattformen.
Aktive Alternativen
Nach dem Aus von HARO haben mehrere Plattformen seine Funktion übernommen. Eine Kombination mehrerer Dienste liefert heute die besten Ergebnisse:
Source-Request-PR richtig nutzen
Die Best Practices aus HARO-Zeiten gelten unverändert für alle Nachfolger. Wer Erwähnungen und Links gewinnen will, beachtet diese Grundregeln:
- Schnell sein. Wer unter den ersten Antworten im Postfach des Journalisten ist, hat deutlich bessere Chancen, ausgewählt zu werden.
- Genau passen & Mehrwert liefern. Beantworten Sie exakt die Frage – mit konkreten Beispielen, Daten oder einer fundierten Einschätzung statt Allgemeinplätzen.
- Nicht werben. Firmenname und Website gehören in eine kurze Signatur, nicht in den Haupttext. Journalisten suchen Expertise, keine Verkaufstexte.
- Vorgaben einhalten. Halten Sie geforderte Länge, Format und Deadline ein – und antworten Sie nur, wenn Sie wirklich qualifiziert sind.
- Erfolge messen. Da Journalisten selten über eine Veröffentlichung informieren, helfen Google Alerts oder Backlink-Tools, Erwähnungen und Links aufzuspüren.
Betrachten Sie Source-Request-PR als einen Baustein einer breiteren Digital-PR-Strategie – ergänzt durch eigene Studien und Daten als „Linkable Assets“, direkte Beziehungen zu Journalisten und Thought-Leadership-Inhalte. Mehrere Plattformen parallel zu nutzen erhöht die Trefferquote deutlich.
Fazit
HARO war über 16 Jahre ein Standardwerkzeug, um Experten und Journalisten zusammenzubringen – und damit ein bewährter Weg zu redaktionellen Erwähnungen und Backlinks. Seit Ende 2024 gibt es die ursprüngliche Plattform nicht mehr; die Marke lebt unter Featured als Newsletter weiter. Entscheidend für die SEO ist aber nicht der Name, sondern das Prinzip: Journalisten brauchen weiterhin gute Quellen, und über Qwoted, Featured, Source of Sources und Co. lassen sich nach wie vor wertvolle Erwähnungen gewinnen. Wer dabei auf echte Expertise statt auf Masse setzt, profitiert doppelt – mit Sichtbarkeit in klassischen Medien und mit Glaubwürdigkeit, die zunehmend auch in der KI-Suche zählt.
- HARO (Help A Reporter Out) verband Journalisten mit Experten – per Anfrage und Antwort.
- Der Dienst wurde als „Connectively“ am 9. Dezember 2024 eingestellt; die Marke ging 2025 an Featured.
- Das Source-Request-Prinzip (reaktive digitale PR) lebt unverändert über Nachfolger weiter.
- SEO-Wert realistisch sehen: nicht jeder Link ist DoFollow – oft zählt die Markenerwähnung mehr.
- Aktive Alternativen: Qwoted, Featured, Source of Sources, Help a B2B Writer, #JournoRequest auf X.
Häufige Fragen zu HARO
Was war HARO?
HARO stand für Help A Reporter Out und war ein kostenloser Vermittlungsdienst, der Journalisten mit Experten und Quellen verband. Journalisten stellten Anfragen nach Expertenmeinungen, Zitaten oder Fallbeispielen, und registrierte Quellen konnten darauf antworten. Wurde eine Antwort verwendet, erschien der Experte als Quelle in der Publikation, häufig mit einer Markenerwähnung und einem Link zur eigenen Website. Für PR-Fachleute und SEOs war HARO über Jahre ein beliebter Weg, an redaktionelle Backlinks von etablierten Medien zu kommen, ohne dafür zu bezahlen.
Gibt es HARO noch?
Nein, nicht in der ursprünglichen Form. Cision benannte HARO Anfang 2024 in Connectively um und stellte den Dienst am 9. Dezember 2024 ein, im Zuge der Konzentration auf die Plattform CisionOne. Im April 2025 kaufte das Unternehmen Featured die Marke HARO und betreibt sie seitdem als kostenlosen Newsletter, der aber nicht mit der alten Plattform identisch ist. Das ursprüngliche HARO als eigenständige Plattform existiert also nicht mehr, das zugrundeliegende Prinzip lebt jedoch über mehrere Nachfolger weiter.
Warum wurde HARO eingestellt?
Unter Cision wurde HARO Anfang 2024 in Connectively umbenannt, mit dem Ziel, den Dienst zu modernisieren. Der Relaunch brachte jedoch vor allem mehr Komplexität und Abogebühren mit sich, die viele der bisher kostenlos nutzenden Anwender vertrieben. Cision entschied sich daraufhin, sich auf seine umfassendere Plattform CisionOne zu konzentrieren, die die beliebte Funktion der Journalisten-Anfragen nicht bietet. Im November 2024 wurde das Aus angekündigt und am 9. Dezember 2024 vollzogen. Damit endete die Ära der ursprünglichen HARO-Plattform nach mehr als 16 Jahren.
Wie funktionierte HARO?
HARO basierte auf einem Source-Request-System, einem Kreislauf aus Anfrage und Antwort. Journalisten reichten Anfragen nach Quellen ein, etwa zu einem Artikel, an dem sie arbeiteten. Die Plattform verteilte diese Anfragen gebündelt per E-Mail an registrierte Experten, sortiert nach Kategorien wie Wirtschaft, Technologie, Gesundheit oder Lifestyle. Die Quellen suchten sich die passenden Anfragen heraus und antworteten. Wurde eine Antwort verwendet, erschien der Experte als zitierte Quelle in der Publikation, oft mit einer Erwähnung der Marke und einem Link zur eigenen Website.
Was sind die besten HARO-Alternativen?
Mehrere Plattformen haben die Funktion von HARO übernommen. Qwoted gilt heute als größtes Netzwerk und verbindet über verifizierte Profile Experten mit Journalisten, mit einer kostenlosen Stufe. Featured, früher Terkel, arbeitet kuratiert und besitzt seit 2025 auch die HARO-Marke. Source of Sources vom ursprünglichen Gründer Peter Shankman ist kostenlos und rauscharm. Hinzu kommen das kostenlose Help a B2B Writer, regionale Dienste wie SourceBottle und ResponseSource sowie der Hashtag JournoRequest auf X. Eine Kombination mehrerer Plattformen liefert die besten Ergebnisse.
Sind HARO-Backlinks gut für SEO?
Redaktionelle Erwähnungen über Source-Request-Plattformen können wertvoll sein, man sollte die Erwartung aber realistisch halten. Nicht jede Erwähnung bringt einen verlinkten Treffer, und viele große Medien setzen Links aus solchen Quellen auf nofollow. Der eigentliche Wert liegt heute oft weniger im reinen Link als in der Markenbekanntheit, der Autorität durch eine glaubwürdige Erwähnung und dem direkten Referral-Traffic. Wer das Prinzip rein als Linkbuilding-Trick missbraucht und massenhaft generische Antworten verschickt, riskiert minderwertige Platzierungen, denn Google bewertet manipulativ aufgebaute Links ab.
Wer hat HARO gegründet?
HARO wurde 2008 von Peter Shankman gegründet, zunächst als Facebook-Gruppe und dann als E-Mail-Service. Die Idee, einem Reporter auszuhelfen, wuchs schnell zu einem festen Werkzeug der PR-Branche. 2010 übernahm das Unternehmen Vocus die Plattform, die später mit Cision fusionierte. Interessant: Nach dem Aus von HARO startete Shankman selbst einen neuen, kostenlosen Nachfolgedienst namens Source of Sources, kurz SOS, der das ursprüngliche, einfache Prinzip wieder aufgreift und als besonders rauscharm gilt.
Wie schnell sollte man auf eine Journalisten-Anfrage reagieren?
Schnelligkeit ist entscheidend. Wer unter den ersten Antworten im Postfach eines Journalisten ist, hat deutlich bessere Chancen, ausgewählt zu werden, da Journalisten oft unter Zeitdruck mit den ersten brauchbaren Antworten arbeiten. Wichtiger als reine Geschwindigkeit ist aber, dass die Antwort genau zur Anfrage passt und echten Mehrwert liefert. Eine schnelle, aber generische Antwort wird ignoriert. Hilfreich ist es, relevante Anfragen über Benachrichtigungen oder Stichwort-Filter sofort zu erkennen und nur auf solche zu reagieren, für die man wirklich qualifiziert ist.
Was ist reaktive digitale PR?
Reaktive digitale PR bezeichnet die Strategie, auf konkrete Anfragen von Journalisten zu reagieren, statt selbst aktiv Pressemitteilungen zu verschicken. Genau das war das Prinzip von HARO und ist es bei seinen Nachfolgern: Ein Journalist sucht eine Quelle, ein Experte liefert eine passende, fundierte Antwort und erhält im Erfolgsfall eine Erwähnung samt Link. Der Vorteil gegenüber proaktiver PR ist, dass bereits ein konkreter Bedarf besteht, die Trefferquote also höher sein kann. Reaktive PR ist ein Baustein einer breiteren Digital-PR-Strategie, zu der auch eigene Daten und Beziehungen zu Journalisten gehören.
Welche Fehler sollte man bei Source-Request-PR vermeiden?
Die häufigsten Fehler sind generische, nicht auf die Anfrage zugeschnittene Antworten, zu werbliche Inhalte statt objektiver Expertise sowie Antworten auf Anfragen, für die man nicht qualifiziert ist. Auch verspätete Antworten nach der Deadline und das Ignorieren von Vorgaben zu Länge oder Format führen dazu, dass Beiträge ignoriert werden. Firmenname und Website gehören in eine kurze Signatur, nicht in den Haupttext. Wer stattdessen präzise, ehrliche und gut belegte Expertenbeiträge liefert, baut langfristig wertvolle Beziehungen zu Journalisten auf und erzielt nachhaltigere Ergebnisse.
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