Hreflang
Wer eine Website in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder betreibt, kommt am hreflang-Attribut nicht vorbei. Es sagt Suchmaschinen, welche Sprach- und Regionalversionen einer Seite existieren – damit ein Nutzer aus Deutschland die deutsche und ein Nutzer aus den USA die englische Fassung sieht. Dieser Leitfaden erklärt verständlich, was hreflang ist, wie die Syntax funktioniert, welche drei Implementierungswege es gibt, die wichtigsten Regeln und häufigsten Fehler – und welche Suchmaschinen hreflang überhaupt auswerten (Stichwort: Bing nicht).
Das Wichtigste vorab:
Was ist hreflang?
hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen signalisiert, welche Sprach- und Regionalversionen einer Webseite existieren. Das 2011 von Google eingeführte Attribut sorgt dafür, dass Nutzern die passende Sprachversion in den Suchergebnissen angezeigt wird – und reduziert die Verwirrung durch sehr ähnliche Inhalte in mehreren Sprachen.
Ein verbreitetes Missverständnis: hreflang verbessert nicht direkt die Platzierung. Es steuert, welche der vorhandenen URLs einem Nutzer ausgespielt wird – ein Nutzer aus Deutschland soll die deutsche Seite sehen, einer aus den USA die englische. Es ist also ein Zuordnungs-, kein Ranking-Signal.
Ohne korrektes hreflang kann es passieren, dass deutschen Nutzern die spanische Version angezeigt wird, dass sich Sprachversionen gegenseitig um dieselben Suchbegriffe kannibalisieren oder dass Suchmaschinen sehr ähnliche Übersetzungen als verwirrende Dubletten behandeln. Das Ergebnis: höhere Absprünge und verschenktes Potenzial in wichtigen Märkten.
Syntax & ISO-Codes
Der Wert des hreflang-Attributs folgt festen Standards. Die Sprache wird im Format ISO 639-1 mit zwei Buchstaben angegeben (z. B. de, en), optional ergänzt um eine Region im Format ISO 3166-1 Alpha-2 (z. B. de-AT für Österreich, en-GB für Großbritannien). Sprache und Region werden mit einem Bindestrich verbunden, nicht mit einem Unterstrich.
Ein häufiger Stolperstein: hreflang="US" allein wird von Google stillschweigend verworfen. Die Sprache muss immer angegeben werden – richtig ist en-US, nicht nur US.
Ein vollständiges Beispiel im HTML-Head, inklusive Selbstreferenz und x-default:
<!-- im <head> jeder Sprachversion --> <link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://example.com/de/seite"> <link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://example.com/at/seite"> <link rel="alternate" hreflang="en-US" href="https://example.com/en/page"> <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/">
Der Sonderwert x-default definiert die Fallback-Version für Nutzer, deren Sprache oder Region zu keiner der angegebenen Versionen passt – typischerweise eine Sprachauswahlseite oder die breiteste internationale Variante.
Drei Implementierungswege
hreflang lässt sich auf drei Arten umsetzen. Wichtig: Entscheiden Sie sich pro Website für eine Methode und bleiben Sie konsistent.
Die häufigste Methode: link-Elemente im Kopf jeder Seite. Transparent und gut zu prüfen.
Für Dateien ohne HTML-Kopf (z. B. PDF) die einzige Option – der Server sendet die Angaben mit.
Zentral für große Websites mit vielen Sprachen; hält die HTML-Dateien schlank, gut automatisierbar.
Die wichtigsten Regeln
- Selbstreferenz. Jede Seite enthält ein hreflang-Tag zur eigenen URL und Sprache.
- Bidirektionalität (Reziprozität). Verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische zurück auf die deutsche verweisen – sonst ignoriert Google die Beziehung.
- Absolute URLs. Immer vollständige URLs mit Protokoll (
https://…), niemals relative Pfade. - Erreichbare Ziele (Status 200). Alle verlinkten URLs müssen direkt erreichbar sein – ohne Weiterleitungen oder 404.
- Gültige Codes + x-default. Nur korrekte ISO-Codes verwenden und eine x-default-Version definieren.
hreflang & Canonical
hreflang und das Canonical-Tag müssen zusammenpassen – ihr Zusammenspiel ist eine der häufigsten Fehlerquellen. Die Regel ist einfach: Jede Sprachversion setzt ein Canonical auf sich selbst, nicht auf eine andere Sprache.
Zeigt die deutsche Seite ein Canonical auf die englische Version, sagt sie Google damit: „Die englische ist die maßgebliche Seite.“ Google ignoriert die deutsche Seite dann für deutsche Suchen. Ebenso kritisch: Eine in hreflang referenzierte URL, die per robots.txt blockiert oder auf noindex gesetzt ist, kann Google nicht validieren – wodurch die ganze hreflang-Gruppe unwirksam wird.
Häufige Fehler
/seite statt vollständiger absoluter URL mit Protokoll.Zur Kontrolle helfen der International-Targeting-Bericht der Google Search Console sowie Crawler wie Screaming Frog, die fehlende Rückverweise und falsche Codes systematisch aufspüren.
Welche Suchmaschinen werten hreflang aus?
hreflang wird nur von Google und Yandex ausgewertet. Bing und Baidu unterstützen es nicht – sie verlassen sich auf das content-language-Meta-Tag. Für Bing ist dieses sogar das deutlich stärkere Signal als hreflang. Yahoo nutzt die Technik von Bing.
Für Bing geben Sie die Sprache daher zusätzlich über ein Meta-Tag im Kopf an:
<!-- für Bing & Baidu im <head> --> <meta http-equiv="content-language" content="de-DE">
Auch wenn dieses Meta-Tag formal als veraltet gilt, wertet Bing es weiterhin aus. Ergänzend hilft das lang-Attribut im <html>-Tag. Yandex verarbeitet hreflang sowohl aus dem HTML-Head als auch aus der XML-Sitemap, setzt aber zusätzlich stark auf das Geotargeting in den Yandex Webmaster Tools.
Fazit
hreflang ist das technische Rückgrat internationaler SEO: Es sagt Google und Yandex, welche Sprach- und Regionalversion welchem Nutzer ausgespielt werden soll. Damit es funktioniert, müssen die Grundregeln stimmen – Selbstreferenz, bidirektionale Verweise, absolute und erreichbare URLs, gültige ISO-Codes und ein x-default. Achten Sie auf das saubere Zusammenspiel mit dem Canonical-Tag und denken Sie für Bing und Baidu an das content-language-Meta-Tag. Wer das beherzigt und die Implementierung regelmäßig in der Search Console und mit einem Crawler prüft, vermeidet die typischen Stolperfallen – und stellt sicher, dass Nutzer weltweit auf der für sie richtigen Sprachversion landen.
- hreflang signalisiert Sprach- und Regionalversionen – es steuert die Zuordnung, nicht das Ranking.
- Wert = ISO 639-1 Sprache, optional + ISO 3166-1 Region, mit Bindestrich; Region ohne Sprache ist ungültig.
- Pflicht: Selbstreferenz, bidirektionale Verweise, absolute & erreichbare URLs, x-default.
- Canonical jeder Seite auf sich selbst; referenzierte URLs nie per robots.txt/noindex blockieren.
- Nur Google & Yandex werten hreflang aus – Bing/Baidu nutzen das content-language-Meta-Tag.
Häufige Fragen zu hreflang
Was ist hreflang?
Hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen signalisiert, welche Sprach- und Regionalversionen einer Webseite existieren. Das 2011 von Google eingeführte Attribut sorgt dafür, dass Nutzern die passende Sprachversion in den Suchergebnissen angezeigt wird, und reduziert die Verwirrung durch sehr ähnliche Inhalte in mehreren Sprachen. Wichtig zu verstehen: hreflang ändert nicht direkt das Ranking, sondern steuert, welche der vorhandenen URLs einem Nutzer ausgespielt wird. Ein Nutzer aus Deutschland soll die deutsche Seite sehen, einer aus den USA die englische.
Verbessert hreflang mein Ranking?
Nein, das ist ein verbreitetes Missverständnis. Hreflang ist ein Zuordnungssignal, kein Ranking-Signal. Es verbessert nicht direkt die Platzierung einer Seite, sondern steuert, welche der vorhandenen Sprach- oder Regionalversionen einem Nutzer in den Suchergebnissen angezeigt wird. Der Nutzen liegt darin, dass die richtige Sprachversion ausgespielt wird, was Absprungraten senkt und verhindert, dass sich Sprachversionen gegenseitig um dieselben Suchbegriffe kannibalisieren. Indirekt kann das die Sichtbarkeit in einzelnen Märkten verbessern, aber hreflang allein hebt keine Seite im Ranking an.
Wie ist ein hreflang-Tag aufgebaut?
Ein hreflang-Tag im HTML-Head besteht aus drei Teilen: rel mit dem Wert alternate, dem hreflang-Attribut mit dem Sprach- und optionalen Regionscode sowie href mit der vollständigen URL. Ein Beispiel ist ein link-Element mit rel alternate, hreflang de-DE und der absoluten Adresse der deutschen Seite. Die Sprache wird im Format ISO 639-1 mit zwei Buchstaben angegeben, optional ergänzt um eine Region im Format ISO 3166-1 Alpha-2. Sprache und Region werden mit einem Bindestrich verbunden, nicht mit einem Unterstrich, und die URL muss immer absolut sein.
Was bedeuten die Sprach- und Regionscodes?
Der Sprachcode folgt dem Standard ISO 639-1 und besteht aus zwei Kleinbuchstaben, etwa de für Deutsch oder en für Englisch. Optional lässt sich eine Region im Format ISO 3166-1 Alpha-2 ergänzen, etwa de-AT für Österreich oder en-GB für Großbritannien. Beide werden mit einem Bindestrich verbunden. Wichtig: Eine Region ohne Sprache ist ungültig. Der Wert hreflang US allein wird von Google stillschweigend verworfen, die Sprache muss immer angegeben werden. Nur eine Sprache, etwa de, richtet sich an alle Sprecher unabhängig vom Land.
Was ist x-default?
X-default ist ein spezieller hreflang-Wert, der die Fallback-Version für Nutzer definiert, deren Sprache oder Region zu keiner der angegebenen Versionen passt. Ruft beispielsweise ein japanischer Nutzer eine Website auf, die nur deutsche, englische und französische Versionen hat, wird ihm die x-default-Version ausgespielt. Typischerweise ist das eine Sprachauswahlseite oder die breiteste internationale Variante, oft die englische Fassung. X-default gilt als Best Practice für alle mehrsprachigen Websites und sollte immer definiert werden, damit kein Nutzer auf einer unpassenden Version landet.
Wie kann ich hreflang implementieren?
Es gibt drei gleichwertige Wege, und man sollte sich pro Website für einen entscheiden und konsistent bleiben. Am häufigsten stehen die Angaben als link-Elemente im HTML-Head jeder Seite, was transparent und leicht zu prüfen ist. Für Dateien ohne HTML-Kopf wie PDF-Dokumente ist der HTTP-Header die einzige Möglichkeit, da der Server die Angaben dann in der Antwort mitsendet. Bei sehr großen Websites mit vielen Sprachversionen bietet sich die zentrale Verwaltung in der XML-Sitemap an, die die HTML-Dateien schlank hält und sich automatisiert erzeugen lässt.
Warum muss hreflang bidirektional sein?
Hreflang funktioniert nur, wenn die Verlinkung wechselseitig ist. Verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische auch zurück auf die deutsche verweisen. Diese Reziprozität ist Pflicht, weil Google die Beziehung sonst nicht als gültig anerkennt. Fehlende Rückverweise, die sogenannten fehlenden Return-Tags, sind der mit Abstand häufigste hreflang-Fehler und werden im International-Targeting-Bericht der Google Search Console gemeldet. Zusätzlich muss jede Seite sich selbst referenzieren, also auch ein hreflang-Tag zur eigenen URL und Sprache enthalten.
Funktioniert hreflang auch für Bing?
Nein. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass alle Suchmaschinen hreflang unterstützen. Tatsächlich werten nur Google und Yandex hreflang aus. Bing und Baidu unterstützen es nicht und verlassen sich stattdessen auf das content-language Meta-Tag. Für Bing ist dieses Meta-Tag sogar das deutlich stärkere Signal als hreflang. Yahoo nutzt die Technik von Bing. Für Bing und Baidu sollten Sie die Sprache daher zusätzlich über ein Meta-Tag mit http-equiv content-language im Kopf angeben. Auch wenn dieses Tag formal als veraltet gilt, wertet Bing es weiterhin aus.
Wie hängen hreflang und Canonical-Tag zusammen?
Beide müssen zusammenpassen, sonst entstehen Konflikte. Die Regel: Jede Sprachversion setzt ein Canonical auf sich selbst, nicht auf eine andere Sprache. Zeigt etwa die deutsche Seite ein Canonical auf die englische Version, sagt sie Google damit, die englische sei die maßgebliche Seite, und Google ignoriert die deutsche für deutsche Suchen. Ebenso kritisch sind robots.txt und noindex: Eine in hreflang referenzierte URL, die blockiert oder auf noindex gesetzt ist, kann Google nicht validieren, wodurch die gesamte hreflang-Gruppe unwirksam wird. Canonical und hreflang arbeiten also zusammen, dürfen sich aber nicht widersprechen.
Brauche ich hreflang schon bei nur zwei Sprachen?
Ja, auch bei nur zwei Sprachversionen ist hreflang sinnvoll. Ohne die Angabe riskieren Sie, dass deutschen Nutzern die englische Version angezeigt wird oder umgekehrt, was zu höheren Absprüngen und verschenktem Potenzial führt. Auch bei kleinen mehrsprachigen Websites hilft hreflang, dass Suchmaschinen die richtige Version ausspielen und sehr ähnliche Übersetzungen nicht als verwirrende Dubletten behandeln. Die Implementierung ist bei zwei Sprachen besonders einfach und sollte von Anfang an korrekt erfolgen. Ein guter Einstieg ist die Startseite, da Nutzer, die nach der Marke suchen, so die richtige Version erhalten.
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