SEO-Manager Glossar

Redaxo

REDAXO ist ein freies, quelloffenes Content-Management-System aus Deutschland, das vor allem bei Entwicklern und Agenturen beliebt ist. Dieser Glossar-Eintrag erklärt verständlich, was REDAXO ausmacht, woher es kommt, wie es Inhalte über Struktur, Artikel, Slices, Module und Templates organisiert, welche Standard-Addons es gibt, wie es sich von WordPress, TYPO3 und Contao unterscheidet und für welche Projekte es sich eignet – mit aktuellen, korrekten Fakten.

Volle Kontrolle über den Code, keine Theme-Vorgaben: ein schlankes deutsches CMS für maßgeschneiderte Websites.

seit 2004quelloffen, von Yakamara (Frankfurt)
PHP & MySQLMariaDB möglich
MIT-Lizenzseit REDAXO 5 (2016)
Mehrsprachignativ über Clangs

Was ist REDAXO?

Definition

REDAXO ist ein freies, quelloffenes Content-Management-System (CMS) aus Deutschland, das auf PHP und einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank basiert. Es richtet sich vor allem an Entwickler und Agenturen, die maßgeschneiderte Websites und Webanwendungen umsetzen wollen – mit voller Kontrolle über den ausgegebenen Quellcode.

Charakteristisch für REDAXO (offiziell in Großbuchstaben geschrieben) ist die konsequente Trennung von Inhalt, Gestaltung und Programmierung. Anders als viele andere Systeme bringt REDAXO bewusst keine vorgefertigten Themes mit, sondern überlässt die Gestaltung komplett dem Entwickler. Der schlanke Kern lässt sich über ein Addon-System gezielt erweitern – so entsteht ein aufgeräumtes System ohne unnötigen Ballast, das sich für kleine Unternehmenswebsites ebenso eignet wie für große, komplexe Portale. REDAXO ist überwiegend im deutschsprachigen Raum verbreitet.

Geschichte & Lizenz

Die Wurzeln von REDAXO reichen bis um 1999 zurück, als die Agentur Pergopa – später Yakamara – den Grundstein legte. Gründer und Hauptentwickler ist Jan Kristinus mit seiner Firma Yakamara aus Frankfurt am Main.

  • ~1999Erste Entwicklung

    Beginn der Arbeit an REDAXO bei der Agentur Pergopa (später Yakamara) als einfaches, schnell erlernbares Redaktionssystem.

  • 2004Erste öffentliche Version

    REDAXO erscheint öffentlich und ist seitdem quelloffen – zunächst unter der GNU General Public License (GPL).

  • 2016REDAXO 5 (Januar)

    Komplette Neuentwicklung mit modernem, objektorientiertem PHP-Code, überarbeiteter Oberfläche und Wechsel zur freizügigen MIT-Lizenz.

  • heuteKontinuierliche 5.x-Entwicklung

    Die Version 5 wird laufend weiterentwickelt (aktuell rund 5.21) und unterstützt moderne PHP-8-Versionen. Die Entwicklung läuft offen auf GitHub.

Lizenz im Detail

REDAXO stand von 2004 an unter der GNU GPL und wechselte erst mit REDAXO 5 (Anfang 2016) zur MIT-Lizenz. Diese permissive Lizenz erlaubt private wie kommerzielle Nutzung ohne Lizenzgebühren – ein Grund, warum REDAXO bei Agenturen beliebt ist.

Technische Voraussetzungen

REDAXO läuft auf gängigem Webhosting und stellt überschaubare Anforderungen:

  • PHP: aktuelle Versionen setzen auf PHP 8.x; ältere REDAXO-5-Releases liefen auch mit PHP 7.
  • Datenbank: MySQL ab 5.7.7 oder MariaDB ab 10.2 (für vollständigen Unicode-Zeichensatz utf8mb4 inkl. Emojis).
  • Webserver: Apache (mit mod_rewrite) oder nginx – beide werden unterstützt.

Die Installation erfolgt über einen grafischen Setup-Assistenten und ist in wenigen Minuten erledigt: Dateien hochladen, Datenbankzugang eintragen, Administrator-Konto anlegen, fertig.

Wie REDAXO Inhalte organisiert

Das Herzstück von REDAXO ist ein klares, hierarchisches Prinzip – von der Grobstruktur bis zum einzelnen Inhaltsblock:

Die Inhaltsorganisation in REDAXO Von links nach rechts: Die Struktur besteht aus verschachtelten Kategorien, die wie Ordner funktionieren. Darin liegen Artikel, also einzelne Inhaltsseiten. Jeder Artikel besteht aus Slices, also Inhaltsblöcken, die jeweils ein Modul nutzen. Ein Template bestimmt darüber das gesamte Seitenlayout. Struktur Kategorien, verschachtelt (wie Ordner) Artikel Inhaltsseite Slices Inhaltsblöcke, je 1 Modul Template Seitenlayout: Kopf, Nav, Fuß Kategorien gliedern die Website, Artikel tragen die Inhalte, Slices füllen sie, Templates bestimmen das Layout.
Struktur → Artikel → Slices (mit Modulen) → Template: So baut REDAXO Inhalte und Layout zusammen.
  • Struktur (Kategorien): funktioniert wie eine Ordnerhierarchie und kann beliebig tief verschachtelt werden.
  • Artikel: die einzelnen Inhaltsseiten innerhalb der Struktur.
  • Slices: einzelne Inhaltsblöcke innerhalb eines Artikels, die jeweils ein Modul nutzen – frei kombinierbar (Text, Bild, Galerie u. v. m.).
  • Templates: bestimmen das grundlegende Seitenlayout (wo Kopf, Navigation, Inhalt und Fuß stehen).

Module & Templates

Module und Templates machen REDAXO so flexibel. Ein Modul ist ein wiederverwendbarer Baustein und besteht immer aus zwei Teilen: der Eingabe (ein Formular im Backend für die Redakteure) und der Ausgabe (die Darstellung im Frontend). Entwickler erstellen Module mit PHP, HTML und JavaScript – vom einfachen Textblock bis zur komplexen Komponente.

Das Modul-Prinzip: Eingabe im Backend, Ausgabe im Frontend Ein Modul besteht aus zwei Teilen. Links das Backend mit einem Eingabeformular, in das Redakteure Inhalte eintragen. Rechts das Frontend, in dem dieselben Inhalte als fertiges HTML für Besucher ausgegeben werden. Ein Pfeil verbindet beide Seiten und zeigt, dass dasselbe Modul die Eingabe in die Ausgabe übersetzt. Eingabe – Backend Formular für Redakteure Überschrift: Willkommen Text: Schön, dass Sie hier sind … Ausgabe – Frontend fertiges HTML für Besucher Willkommen Schön, dass Sie hier sind … Mehr erfahren Modul
Ein Modul übersetzt die Backend-Eingabe der Redakteure in die fertige Frontend-Ausgabe für die Besucher.

Ein Template definiert das Grundgerüst einer Seite. Ein stark vereinfachtes Beispiel mit der REDAXO-API:

<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
  <title><?php echo rex_article::getCurrent()->getValue('name'); ?></title>
</head>
<body>
  <header>
    <?php echo rex_navigation::factory()->show(); ?>
  </header>
  <main>
    <?php echo rex_article::getCurrent()->getArticle(); ?>
  </main>
</body>
</html>

So bleibt das HTML-Markup vollständig in der Hand des Entwicklers – jedes beliebige Frontend-Framework lässt sich integrieren.

Addons & Medienpool

Der Kern bleibt schlank, zusätzliche Funktionen kommen über Addons. Wichtige Standard-Addons:

YForm

mächtiges Formular- und Datenbank-Framework – auch für eigene Datenstrukturen.

YRewrite

SEO-freundliche URLs, Weiterleitungen, kanonische Adressen, mehrsprachige Domains.

Media Manager

erzeugt automatisch verschiedene Bildgrößen und -formate (z. B. WebP).

Metainfo

ergänzt Artikel, Kategorien und Medien um individuelle Zusatzfelder.

Backup

erstellt Datensicherungen von Datenbank und Dateien, auch zeitgesteuert.

PHPMailer

integriert zuverlässigen E-Mail-Versand (SMTP, HTML-Mails).

Darüber hinaus stellt die Community – allen voran der Zusammenschluss Friends Of REDAXOüber 100 weitere kostenlose Addons für die aktuelle 5.x-Reihe bereit, die sich über einen integrierten Installer einrichten lassen.

Der zentrale Medienpool verwaltet alle Bilder, Dokumente und Videos: organisierbar in Kategorien, mit Metadaten versehbar, und mit einem Verwendungsnachweis, der zeigt, wo eine Datei genutzt wird – so bleibt auch ein großer Medienbestand übersichtlich.

Mehrsprachigkeit & Rechte

Mehrsprachigkeit ist in REDAXO von Haus aus eingebaut – eine seiner Stärken. Jede Sprache wird als Clang (Content Language) angelegt. Die Inhalte werden sprachspezifisch gespeichert, während die zugrundeliegende Struktur sprachübergreifend gleich bleibt. So lassen sich internationale Websites pflegen, ohne dass zusätzliche Plugins nötig sind.

Ergänzt wird das durch ein differenziertes Rechtesystem: Über Benutzerrollen lässt sich genau festlegen, wer welche Artikel, Kategorien, Module oder Medien bearbeiten darf. So können bei großen Websites mehrere Redaktionsteams parallel arbeiten. Für die Suchmaschinenoptimierung sorgt vor allem YRewrite (saubere URLs, Meta-Angaben, Weiterleitungen, Canonicals), ergänzt um Sitemap-Erzeugung und strukturierte Daten.

REDAXO vs. WordPress, TYPO3 & Contao

REDAXO positioniert sich bewusst anders als die großen, bekannteren Systeme:

SystemStärke / Fokusim Vergleich zu REDAXO
WordPresseinfache Bedienung für die breite Masse, riesiges Plugin-ÖkosystemREDAXO bietet mehr Code-Kontrolle & Freiheit, hat aber eine kleinere Community
TYPO3Enterprise-CMS für sehr große, komplexe ProjekteREDAXO ist schlanker, schneller erlernbar und genügsamer beim Hosting
Contaostarke Barrierefreiheit, Symfony-basiertREDAXO lässt mehr Freiheit beim Entwickeln, Contao ist stärker strukturiert

Kurz gefasst: WordPress punktet bei fertigen Standardlösungen, TYPO3 bei Enterprise-Funktionen, Contao bei Barrierefreiheit – REDAXO bei voller Gestaltungsfreiheit, schlankem Code und nativer Mehrsprachigkeit.

Für wen eignet sich REDAXO?

Gut geeignet

individuelle Unternehmenswebsites, Agenturprojekte, mehrsprachige Auftritte, geschützte Intranet-/Extranet-Bereiche, datenbankbasierte Webanwendungen (mit YForm).

Weniger geeignet

reine Standard-Blogs (hier bringt WordPress mehr mit) und reine Online-Shops (dafür sind spezialisierte Shop-Systeme ausgereifter).

Die Vorteile liegen in der entwicklerfreundlichen, klaren Architektur, der hohen Flexibilität ohne Theme-Zwang, der guten Performance des schlanken Kerns und der nativen Mehrsprachigkeit. Als Nachteile gelten die kleinere Verbreitung, weniger fertige Erweiterungen und Designs sowie eine etwas steilere Einstiegshürde für reine Einsteiger ohne PHP-Kenntnisse.

Community & Einsatz

Eine große Stärke ist die aktive, hilfsbereite deutschsprachige Community, organisiert über Forum, Slack und regelmäßige Treffen (REDAXO-Tage/REXCAMP). REDAXO wird unter anderem auch im öffentlichen Bereich eingesetzt, etwa beim Land Hessen. Die Zahl der Installationen wird auf über 100.000 geschätzt (Schätzwert, keine offizielle Statistik).

Fazit

REDAXO ist ein leistungsfähiges, flexibles CMS, das sich besonders für Entwickler, Agenturen und maßgeschneiderte Webprojekte eignet. Seine Stärken liegen in der klaren Architektur, der Entwicklerfreundlichkeit und der nativen Mehrsprachigkeit. Der schlanke Aufbau ohne unnötigen Ballast ermöglicht schnelle, performante Websites mit voller Kontrolle über den ausgegebenen Code.

Die kleinere Verbreitung im Vergleich zu WordPress oder TYPO3 bedeutet weniger fertige Lösungen, dafür aber den Vorteil individueller Entwicklung ohne einschränkende Vorgaben. Mit der kostenlosen MIT-Lizenz, der aktiven Community und der kontinuierlichen Weiterentwicklung ist REDAXO eine solide Wahl für langfristige, individuell entwickelte Projekte.

Kurz zusammengefasst

REDAXO ist ein freies deutsches CMS auf Basis von PHP und MySQL/MariaDB, seit 2004 quelloffen (Entwickler: Jan Kristinus / Yakamara, Frankfurt) und seit REDAXO 5 (2016) unter MIT-Lizenz. Inhalte werden über Struktur (Kategorien) → ArtikelSlices (mit Modulen) → Templates organisiert. Module trennen Eingabe (Backend) und Ausgabe (Frontend), Clangs sorgen für native Mehrsprachigkeit. Ideal für entwicklernahe, maßgeschneiderte Projekte mit voller Code-Kontrolle – weniger für reine Blogs oder Shops.

Häufige Fragen zu REDAXO

Was ist REDAXO und für wen eignet es sich?

REDAXO ist ein freies, quelloffenes Content-Management-System aus Deutschland, das auf PHP und einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank basiert. Es eignet sich besonders für Entwickler, Webagenturen und Unternehmen, die maßgeschneiderte Websites und Webanwendungen mit voller Kontrolle über den ausgegebenen Quellcode umsetzen wollen. Charakteristisch ist die konsequente Trennung von Inhalt, Gestaltung und Programmierung sowie der Verzicht auf vorgefertigte Themes. Dadurch ist REDAXO sehr flexibel, verlangt aber grundlegende Entwicklerkenntnisse. Ideal ist es für individuelle Unternehmenswebsites, Agenturprojekte, mehrsprachige Auftritte, Intranet- und Extranet-Lösungen sowie datenbankbasierte Webanwendungen. Für reine Standard-Blogs oder reine Online-Shops sind hingegen spezialisierte Systeme oft besser geeignet.

Seit wann gibt es REDAXO und wer hat es entwickelt?

Die Wurzeln von REDAXO reichen bis um 1999 zurück, als die Agentur Pergopa, später Yakamara, den Grundstein legte. Gründer und Hauptentwickler ist Jan Kristinus mit seiner Firma Yakamara aus Frankfurt am Main. Die erste öffentliche Version erschien 2004, seitdem ist REDAXO quelloffen. Ein wichtiger Meilenstein war REDAXO 5, das Anfang 2016 als komplette Neuentwicklung mit modernem, objektorientiertem PHP-Code und überarbeiteter Oberfläche veröffentlicht wurde. Seitdem wird die Version 5 kontinuierlich weiterentwickelt; aktuelle Versionen tragen Nummern rund um 5.21 und unterstützen moderne PHP-8-Versionen. Die Entwicklung erfolgt transparent auf GitHub, sodass jeder den Fortschritt verfolgen und sich beteiligen kann.

Ist REDAXO kostenlos und wie wird es lizenziert?

Ja, REDAXO ist vollständig kostenlos. Bei der Lizenz gibt es eine wichtige Unterscheidung: Von 2004 an stand REDAXO unter der GNU General Public License, und erst mit dem Erscheinen von REDAXO 5 Anfang 2016 erfolgte der Wechsel zur freizügigen MIT-Lizenz. Diese permissive Open-Source-Lizenz erlaubt sowohl private als auch kommerzielle Nutzung ohne Einschränkungen oder Lizenzgebühren. Sie dürfen REDAXO beliebig modifizieren, erweitern und in Kundenprojekten einsetzen. Auch die meisten Addons sind kostenlos verfügbar. Es fallen lediglich die üblichen Kosten für Webhosting und Domain an sowie eventuell für kommerzielle Dienstleistungen wie Entwicklung oder Support. Gerade die freie Lizenzierung macht REDAXO für Agenturen und Unternehmen attraktiv.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt REDAXO?

REDAXO läuft auf gängigem Webhosting und stellt überschaubare Anforderungen. Aktuelle Versionen setzen auf PHP 8.x, während ältere REDAXO-5-Releases auch noch mit PHP 7 liefen. Als Datenbank wird MySQL ab Version 5.7.7 oder MariaDB ab Version 10.2 empfohlen, damit der vollständige Unicode-Zeichensatz utf8mb4 inklusive Emojis unterstützt wird. Als Webserver kommen Apache mit aktiviertem mod_rewrite oder nginx infrage; beide werden unterstützt. Diese Anforderungen erfüllen die meisten modernen Webhosting-Pakete problemlos, sodass REDAXO in der Regel auf Standard-Hosting ohne spezielle Server-Konfiguration läuft. Die Installation erfolgt über einen grafischen Setup-Assistenten und ist meist in wenigen Minuten abgeschlossen.

Wie unterscheidet sich REDAXO von WordPress?

REDAXO und WordPress unterscheiden sich vor allem in Zielgruppe und Philosophie. WordPress setzt auf einfache Bedienbarkeit für eine breite Masse, ein riesiges Plugin-Ökosystem und viele fertige Themes, wodurch sich Standardprojekte schnell umsetzen lassen. REDAXO richtet sich dagegen an Entwickler und professionelle Anwender und bietet volle Kontrolle über den ausgegebenen Code ohne Theme-Vorgaben. Mehrsprachigkeit ist in REDAXO nativ über sogenannte Clangs eingebaut, während WordPress dafür zusätzliche Plugins benötigt. Der schlanke Kern von REDAXO sorgt für gute Performance. Dafür ist die Community kleiner und es gibt weniger fertige Erweiterungen und Designs. Vereinfacht gesagt ist REDAXO ideal für individuelle, maßgeschneiderte Projekte, WordPress für schnelle Standardlösungen.

Wie organisiert REDAXO Inhalte mit Struktur, Artikeln und Slices?

REDAXO folgt einem klaren, hierarchischen Prinzip. Die Struktur besteht aus Kategorien, die wie Ordner funktionieren und beliebig tief verschachtelt werden können. Innerhalb dieser Struktur liegen die Artikel, also die einzelnen Inhaltsseiten. Jeder Artikel setzt sich aus sogenannten Slices zusammen, das sind einzelne Inhaltsblöcke, die jeweils ein Modul nutzen. Ein Modul wiederum ist ein wiederverwendbarer Baustein mit einem Eingabeteil im Backend und einem Ausgabeteil im Frontend. Über dieser Inhaltsebene bestimmt ein Template das grundlegende Seitenlayout, also wo Kopf, Navigation, Inhalt und Fuß platziert werden. Diese Kombination aus Struktur, Artikeln, Slices, Modulen und Templates macht REDAXO sehr flexibel, weil sich Inhalte frei kombinieren und Layouts unabhängig davon gestalten lassen.

Was ist ein Modul in REDAXO?

Ein Modul ist in REDAXO ein wiederverwendbarer Inhaltsbaustein, den Redakteure über Slices in ihre Artikel einfügen. Jedes Modul besteht aus genau zwei Teilen. Der erste Teil ist die Eingabe: ein Formular im Backend, in das die Redakteure ihre Inhalte eintragen, etwa eine Überschrift und einen Text. Der zweite Teil ist die Ausgabe: die Darstellung im Frontend, also das fertige HTML, das die Besucher sehen. Entwickler erstellen Module mit PHP, HTML und JavaScript und können damit beliebig komplexe Funktionalitäten abbilden, vom einfachen Textblock bis zu interaktiven Komponenten. Dieses Prinzip trennt die redaktionelle Eingabe sauber von der technischen Ausgabe und ist ein zentraler Grund für die hohe Flexibilität von REDAXO.

Wie funktioniert Mehrsprachigkeit in REDAXO?

Mehrsprachigkeit ist in REDAXO von Haus aus eingebaut und gilt als eine seiner Stärken. Jede Sprache wird als sogenannte Clang angelegt, was für Content Language steht. Die Inhalte werden dabei sprachspezifisch gespeichert, während die zugrundeliegende Struktur, also die Kategorien und Artikel, sprachübergreifend gleich bleibt. Dadurch lassen sich internationale Websites sehr effizient pflegen, ohne dass zusätzliche Plugins nötig sind, wie es bei manchen anderen Systemen der Fall ist. Auch unterschiedliche Domains für verschiedene Länder oder Sprachen lassen sich realisieren, beispielsweise in Kombination mit dem Addon YRewrite. Diese native Unterstützung macht REDAXO besonders attraktiv für mehrsprachige und internationale Projekte.

Welche wichtigen Addons bringt REDAXO mit?

REDAXO hält den Kern bewusst schlank und erweitert die Funktionalität über Addons. Zu den wichtigen Standard-Addons gehören YForm als mächtiges Formular- und Datenbank-Framework, YRewrite für SEO-freundliche URLs und Weiterleitungen, der Media Manager für die automatische Erzeugung verschiedener Bildgrößen und -formate, Metainfo für individuelle Zusatzfelder, das Backup-Addon für Datensicherungen und PHPMailer für den E-Mail-Versand. Darüber hinaus stellt die Community, allen voran der Zusammenschluss Friends Of REDAXO, über hundert weitere kostenlose Addons für die aktuelle 5.x-Reihe bereit, die sich über einen integrierten Installer einrichten lassen. So lässt sich das System gezielt genau um die Funktionen erweitern, die ein Projekt tatsächlich benötigt.

Wie gut sind Community und Support von REDAXO?

REDAXO verfügt über eine aktive und hilfsbereite, vor allem deutschsprachige Community. Sie ist hauptsächlich über das offizielle Forum und einen Slack-Bereich organisiert, in dem Entwickler und erfahrene Anwender schnell und kompetent bei Fragen helfen. Trotz der im Vergleich zu WordPress kleineren Größe ist die Community für ihre freundliche und konstruktive Atmosphäre bekannt. Regelmäßige Community-Treffen wie die REDAXO-Tage und das REXCAMP bieten Vorträge, Workshops und Gelegenheit zum Austausch. Die offizielle Dokumentation und eine API-Dokumentation unterstützen Entwickler bei der Arbeit. Zusätzlich bieten spezialisierte Agenturen und Freelancer kommerziellen Support, Entwicklung und Schulungen an. REDAXO wird unter anderem auch im öffentlichen Bereich eingesetzt, etwa beim Land Hessen.

Was sind die Vor- und Nachteile von REDAXO?

Die Vorteile von REDAXO liegen in der entwicklerfreundlichen und klaren Architektur, der hohen Flexibilität ohne Theme-Vorgaben, der guten Performance des schlanken Kerns und der nativen Mehrsprachigkeit über Clangs. Die kostenlose MIT-Lizenz erlaubt eine uneingeschränkte kommerzielle Nutzung, und das System läuft auf Standard-Hosting. Dem stehen einige Nachteile gegenüber. Die Verbreitung ist kleiner als bei WordPress oder TYPO3, weshalb es weniger fertige Erweiterungen, Designs und Lernressourcen gibt und auch externe REDAXO-Entwickler etwas schwerer zu finden sind. Für reine Einsteiger ohne PHP-Kenntnisse ist die Einstiegshürde höher als bei einsteigerfreundlichen Systemen. Für maßgeschneiderte Projekte, bei denen Flexibilität und Code-Kontrolle im Vordergrund stehen, überwiegen jedoch klar die Vorteile.

Letzte Bearbeitung am Freitag, 12. Juni 2026 – 4:24 Uhr von Alex, Webmaster für Google und Bing SEO .

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