Disavow
Das Disavow Tool von Google ist ein mächtiges Instrument, um schädliche Backlinks für die Bewertung Ihrer Website „abzustoßen“ – es sollte aber mit größter Vorsicht eingesetzt werden. In diesem Glossarartikel erfahren Sie verständlich, was Disavow ist, wann ein Einsatz nötig ist (und wann ausdrücklich nicht), wie das Verfahren Schritt für Schritt abläuft, wie die Disavow-Datei aussieht und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Inhaltsverzeichnis
Definition
Das Disavow Tool ist ein offizielles Werkzeug der Google Search Console, mit dem Sie Google mitteilen können, welche Backlinks bei der Bewertung Ihrer Website ignoriert werden sollen. „Disavow“ bedeutet „zurückweisen“ bzw. „nicht anerkennen“.
Auf einen Blick
Search-Console-Tool
offiziell von Google
Letztes Mittel
erst nach manuellen Entfernungsversuchen
Mit Vorsicht
falsch angewendet schadet es dem Ranking
Wichtig: nur als letztes Mittel
Das Disavow Tool sollte nur eingesetzt werden, nachdem alle Versuche gescheitert sind, schädliche Links manuell entfernen zu lassen. Eine falsche Anwendung kann Ihrem Ranking mehr schaden als nutzen.
Was ist das Disavow Tool?
Das Disavow Tool ermöglicht es Website-Betreibern, Google mitzuteilen, welche Backlinks bei der Bewertung ihrer Website ignoriert werden sollen. Der Begriff „Disavow“ bedeutet im Deutschen „zurückweisen“ oder „nicht anerkennen“ und beschreibt die Funktion damit präzise.
Eingeführt wurde das Tool im Oktober 2012 – als Reaktion auf Probleme mit negativer SEO und die strengeren Penguin-Updates, die Websites mit unnatürlichen Linkprofilen abwerteten. Vor 2012 waren Betreiber schädlichen Backlinks weitgehend hilflos ausgeliefert, etwa Spam-Links aus Verzeichnissen und Foren, Altlasten aus Black-Hat-Maßnahmen oder Links von gehackten Seiten.
Wann ist ein Disavow nötig?
Die Entscheidung sollte nie leichtfertig fallen. Google betont, dass das Tool nur in bestimmten Situationen sinnvoll ist:
Manuelle Maßnahme
In der Search Console erscheint „unnatürliche Links zu Ihrer Website“ – ein menschlicher Prüfer hat Verstöße festgestellt. Der deutlichste Hinweis.
Algorithmische Effekte
Updates wie Penguin oder Spam-Updates belasten das Ranking – Anzeichen: deutlicher Traffic-/Ranking-Verlust oder auffällig viele minderwertige Backlinks.
Negative-SEO-Attacke
Dritte bauen bewusst schädliche Links auf: plötzlicher Anstieg fragwürdiger Links, über-optimierte Ankertexte, PBN-Quellen.
Wie stark wirkt eine manuelle Maßnahme?
Eine manuelle Maßnahme kann die organische Sichtbarkeit erheblich beeinträchtigen – im Extremfall bis nahezu vollständig. Genaue Prozentzahlen variieren stark; entscheidend ist schnelles, korrektes Handeln. Die Aufhebung nach einem erfolgreichen Reconsideration Request dauert in der Regel einige Wochen.
Kein Disavow ist nötig, wenn Ihr Linkprofil natürlich gewachsen ist und keine Ranking-Probleme bestehen, wenn nur vereinzelte minderwertige Links vorliegen, wenn Ihre Website neu ist und noch kein etabliertes Profil hat, oder wenn vermeintlich schädliche Links seit Jahren bestehen und keine Auswirkungen zeigen.
Das Disavow-Verfahren Schritt für Schritt
- Backlink-Analyse durchführenLinks aus der Search Console exportieren und mit SEO-Tools (z. B. Ahrefs, SEMrush, Majestic) auswerten.
- Schädliche Links identifizierenNach Qualität kategorisieren: eindeutig schädlich (Spam, gehackte Sites, irrelevant) vs. grenzwertig.
- Manuelle Entfernung versuchenWebmaster der schädlichen Seiten kontaktieren – alle Versuche mit Datum dokumentieren.
- Wartezeit einhaltenEinige Wochen auf Antworten warten – Google erwartet nachweisbare Bemühungen vor einem Disavow.
- Disavow-Datei erstellenTextdatei (.txt, UTF-8 oder 7-Bit-ASCII) mit den zu ignorierenden URLs/Domains.
- Datei hochladenÜber das Disavow Tool in der Search Console hochladen und bestätigen.
Die Disavow-Datei richtig erstellen
Die Datei muss einem festen Format folgen, damit Google sie korrekt verarbeitet:
Wichtige Formatierungsregeln
- Eine URL oder Domain pro Zeile
- domain: verwenden, um alle Links einer ganzen Domain zurückzuweisen
- # am Zeilenanfang für Kommentare/Dokumentation
- Maximale Dateigröße: 2 MB (ca. 100.000 URLs)
- Keine überflüssigen Leerzeichen vor/nach URLs
- Bei Einzel-URLs immer Protokoll (http:// oder https://) angeben
Domain-Level vs. URL-Level
| Kriterium | Domain-Level (domain:) | URL-Level |
|---|---|---|
| Umfang | alle Links der Domain inkl. Subdomains | nur die angegebene Einzel-URL |
| Anwendungsfall | Spam-Domains, PBNs, komplett irrelevant | einzelne Problemseiten auf sonst guten Domains |
| Risiko | höher – entfernt evtl. auch gute Links | niedriger – präzise Kontrolle |
| Empfehlung | bei eindeutig schädlichen Domains | im Zweifel die sicherere Wahl |
Häufige Fehler vermeiden
Größter Fehler: übermäßiges Disavowen
Wer zu aggressiv vorgeht und im Zweifel „lieber zu viel“ zurückweist, entfernt womöglich wertvolle Links und schadet dem Ranking erheblich. Es gibt reale Fälle, in denen ein zu aggressives Disavow legitimer Verzeichnisse und Fachportale zu deutlichen, monatelangen Traffic-Einbrüchen führte. Der Schaden kann größer sein als der der ursprünglichen Links.
Links, die Sie NIEMALS disavowen sollten
Etablierte Branchen- und Lokalverzeichnisse, Social-Media-Links (z. B. LinkedIn, Facebook), legitime Presse-/PR-Portale, Regierungs- und Bildungseinrichtungen (sofern relevant) sowie relevante Marken-Erwähnungen – auch nofollow-Links haben hier Wert.
Weitere häufige Fehler
- Unzureichende Dokumentation: für einen Reconsideration Request alle Kontaktversuche, Antworten und Begründungen lückenlos festhalten
- Technische Formatierungsfehler: falsche Kodierung, unsichtbare Leerzeichen, inkonsistente Protokolle (http/https) oder www/non-www
- Zu früher Einsatz: ohne vorherige manuelle Entfernungsversuche kann ein Reconsideration Request abgelehnt werden
Nach dem Disavow: Geduld & Monitoring
Nach dem Upload braucht es Zeit. Als grobe Orientierung: Die initiale Verarbeitung dauert einige Tage, erste Auswirkungen werden meist nach einigen Wochen sichtbar, und die vollständige Wirkung kann mehrere Monate dauern, da Google die Website über mehrere Crawling-Zyklen neu bewertet.
Positive Entwicklung
Schrittweise Erholung der Rankings; ggf. Aufhebung der manuellen Maßnahme.
Keine Veränderung
Oft ein gutes Zeichen: Google hatte die Links bereits ignoriert oder Ihr Profil ist stark genug.
Temporärer Verlust
Es wurden evtl. zu viele (auch gute) Links entfernt, oder Google bewertet die Seite neu.
Disavow aktualisieren oder entfernen
Jede neu hochgeladene Datei ersetzt die vorherige vollständig – inkrementelle Updates gibt es nicht. Zum Aktualisieren: aktuelle Datei herunterladen, bearbeiten, vollständige Liste erneut hochladen. Ein Disavow lässt sich auch komplett zurücknehmen (leere Datei bzw. Cancel-Option); Google bezieht die Links dann wieder in die Bewertung ein.
Googles Position & die Rolle der Metriken
Google ist heute sehr gut darin, minderwertige Links automatisch zu ignorieren. Vertreter von Google wie John Mueller haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die meisten Websites das Disavow Tool gar nicht benötigen. Sinngemäß lautet die offizielle Position: Disavowen Sie nur dann, wenn Sie eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links erhalten haben oder überzeugt sind, dass schädliche Links eine algorithmische Abwertung verursacht haben. Auch das Penguin-Verfahren ist seit 2016 (Penguin 4.0) in Echtzeit Teil des Kern-Algorithmus.
Tool-Metriken sind keine Google-Signale
Kennzahlen wie Domain Authority oder Spam Score (Moz), Domain Rating (Ahrefs) oder Trust Flow und Citation Flow (Majestic) sind Metriken der jeweiligen Anbieter – keine offiziellen Google-Signale. Sie sind nützlich zur Orientierung, sollten aber nicht als alleiniges Kriterium für ein Disavow dienen.
Bei der Bewertung zählen vor allem thematische Relevanz, der redaktionelle Kontext und technische Faktoren. Die wichtigste Faustregel:
Faustregel
Im Zweifel NICHT disavowen. Das Risiko, versehentlich gute Links zu entfernen, ist meist größer als der Nutzen, einen grenzwertigen Link zurückzuweisen.
Prävention & Alternativen
Besser als reaktives Disavowen ist Prävention durch nachhaltiges Link-Building (Content-First, digitale PR, thematisch relevantes Gastposting) und regelmäßige Backlink-Audits. Statt nur schlechte Links zu entfernen, kann auch der gezielte Aufbau guter Links das Verhältnis verbessern.
Proaktive Link-Entfernung
Freundlicher Erstkontakt mit der Bitte um Entfernung, formelle Nachfassung, WHOIS-Recherche und – als letztes Mittel bei klarem Spam – Kontakt zum Hosting-Provider.
Parallele technische SEO
Die Wartezeit nutzen: gute Core Web Vitals (LCP, INP, CLS), Mobile Usability, interne Verlinkung, Thin Content beheben, strukturierte Daten.
Spezialfälle
- Property-spezifisch: In der Search Console braucht jede Property eine eigene Disavow-Datei – auch www vs. non-www, http vs. https und internationale Versionen. Spam-Attacken zielen oft nur auf eine Variante.
- Nach Website-Migration: Google überträgt die Disavow-Datei nicht automatisch – auch nicht bei korrekten 301-Weiterleitungen. Laden Sie sie für die neue Domain erneut hoch, sonst können alte schädliche Links wieder wirken.
- Negative-SEO-Notfall: Bei einer akuten, massiven Attacke dokumentieren Sie alles und können ausnahmsweise zügig eine vorläufige Disavow-Datei mit den offensichtlichsten Spam-Domains hochladen.
Rechtliche Einordnung – keine Rechtsberatung
Gezielte Negative-SEO-Attacken können in Deutschland je nach Fall wettbewerbsrechtlich (gezielte Behinderung, heute § 4 Nr. 4 UWG) oder deliktsrechtlich (§ 823 BGB) relevant sein. Die Durchsetzung ist jedoch schwierig, da Täter oft nicht identifizierbar sind. Diese Hinweise sind allgemeiner Natur und keine Rechtsberatung – ziehen Sie im Zweifel fachkundigen Rat hinzu.
Fazit
Das Disavow Tool ist ein mächtiges, aber riskantes Instrument. Es gehört in die Hand, wenn eine manuelle Maßnahme vorliegt, eine klare algorithmische Abwertung durch schädliche Links besteht oder eine Negative-SEO-Attacke abgewehrt werden muss – und auch dann erst nach dokumentierten manuellen Entfernungsversuchen.
Für die allermeisten Websites ist Disavow heute überflüssig, weil Google minderwertige Links ohnehin weitgehend automatisch ignoriert. Die wichtigste Regel bleibt: Im Zweifel nicht disavowen, lieber auf nachhaltiges Link-Building, regelmäßige Audits und gute technische SEO setzen.
Kurz zusammengefasst
Mit dem Disavow Tool (Google Search Console, seit Oktober 2012) weisen Sie schädliche Backlinks zurück. Einsatz nur als letztes Mittel: bei manueller Maßnahme, klarer Penalty oder Negative-SEO-Attacke – erst nach manuellen Entfernungsversuchen. Die .txt-Datei (UTF-8, eine URL/Domain pro Zeile, domain: für ganze Domains) ersetzt beim Upload stets die vorherige. Tool-Metriken wie DA oder Spam Score sind keine Google-Signale. Im Zweifel: nicht disavowen.
Häufig gestellte Fragen zum Disavow Tool
Was ist das Disavow Tool von Google?
Das Disavow Tool ist ein offizielles Werkzeug der Google Search Console, mit dem Website-Betreiber Google mitteilen können, welche Backlinks bei der Bewertung ihrer Website ignoriert werden sollen. Der Begriff Disavow bedeutet im Deutschen zurückweisen oder nicht anerkennen und beschreibt damit genau die Funktion des Tools. Eingeführt wurde es im Oktober 2012 als Reaktion auf Probleme mit negativer SEO und die strengeren Penguin-Updates, die Websites mit unnatürlichen Linkprofilen abwerteten. Wichtig ist die Grundhaltung: Das Disavow Tool ist als letztes Mittel gedacht und sollte erst eingesetzt werden, nachdem alle Versuche gescheitert sind, schädliche Links manuell entfernen zu lassen. Eine falsche oder zu aggressive Anwendung kann dem Ranking mehr schaden als nutzen, weshalb der Einsatz stets wohlüberlegt sein sollte.
Wann sollte ich Backlinks disavowen?
Ein Disavow ist nur in bestimmten Situationen sinnvoll. Der deutlichste Fall ist eine manuelle Maßnahme in der Google Search Console wegen unnatürlicher Links zu Ihrer Website, denn hier hat ein menschlicher Prüfer Verstöße festgestellt. Ebenfalls infrage kommt ein Disavow bei einer klar erkennbaren algorithmischen Abwertung, etwa nach einem Penguin- oder Spam-Update, wenn deutliche Ranking-Verluste eindeutig auf schädliche Links zurückzuführen sind. Ein dritter Fall ist eine aktive Negative-SEO-Attacke, bei der Dritte bewusst schädliche Links aufbauen. In allen anderen Fällen ist meist kein Disavow nötig, vor allem wenn das Linkprofil natürlich gewachsen ist, keine Ranking-Probleme bestehen oder nur vereinzelte minderwertige Links vorliegen. Google ignoriert minderwertige Links heute weitgehend automatisch.
Wie erstelle ich eine Disavow-Datei?
Eine Disavow-Datei ist eine einfache Textdatei mit der Endung txt, die in UTF-8 oder 7-Bit-ASCII kodiert sein muss. In dieser Datei listen Sie die zurückzuweisenden Links auf, wobei pro Zeile genau eine URL oder Domain steht. Möchten Sie alle Links einer kompletten Domain zurückweisen, verwenden Sie das Präfix domain: gefolgt von der Domain, also zum Beispiel domain:spam-network.com. Einzelne URLs geben Sie vollständig mit Protokoll an, also mit http:// oder https://. Kommentare zur Dokumentation beginnen mit einem Rautezeichen am Zeilenanfang. Achten Sie darauf, keine überflüssigen Leerzeichen einzufügen. Die Datei darf maximal zwei Megabyte groß sein, was etwa hunderttausend URLs entspricht. Anschließend laden Sie die fertige Datei über das Disavow Tool in der Google Search Console hoch und bestätigen die Aktion.
Wie lange dauert es, bis ein Disavow wirkt?
Nach dem Upload einer Disavow-Datei ist Geduld gefragt, da die Wirkung nicht sofort eintritt. Als grobe Orientierung gilt: Die initiale Verarbeitung durch Google dauert einige Tage. Erste sichtbare Auswirkungen auf Rankings und Traffic werden meist erst nach einigen Wochen erkennbar. Die vollständige Wirkung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, da Google Ihre Website über mehrere Crawling-Zyklen hinweg neu bewerten muss. Wenn Sie zusätzlich einen Reconsideration Request nach einer manuellen Maßnahme einreichen, kommt dessen Bearbeitungszeit hinzu, die in der Regel einige Wochen beträgt. Wichtig ist, in dieser Phase nicht vorschnell weitere große Änderungen vorzunehmen, da dies die Beurteilung der Wirksamkeit erschwert. Beobachten Sie stattdessen kontinuierlich Ihre Rankings, den organischen Traffic und den Status möglicher manueller Maßnahmen.
Kann ein Disavow meinem Ranking schaden?
Ja, ein falsch durchgeführtes Disavow kann dem Ranking erheblich schaden. Das größte Risiko besteht darin, zu viele oder die falschen Links zurückzuweisen. Wenn Sie versehentlich wertvolle Backlinks disavowen, etwa von etablierten Branchenverzeichnissen, thematisch relevanten Blogs oder autoritativen Domains, können spürbare Ranking-Verluste die Folge sein. Es gibt reale Fälle, in denen ein zu aggressives Disavow legitimer Quellen zu deutlichen, monatelangen Traffic-Einbrüchen geführt hat. Der Schaden eines fehlerhaften Disavows kann damit größer sein als der der ursprünglich problematischen Links. Google empfiehlt ausdrücklich, das Tool nur als letztes Mittel einzusetzen, und ist heute sehr gut darin, minderwertige Links automatisch zu ignorieren. Die wichtigste Faustregel lautet daher: Im Zweifelsfall sollten Sie einen Link nicht disavowen.
Was ist der Unterschied zwischen Domain-Level und URL-Level Disavow?
Beim URL-Level Disavow geben Sie eine konkrete Einzel-URL an, und nur genau dieser eine Link wird von Google ignoriert. Beim Domain-Level Disavow verwenden Sie das Präfix domain: vor der Domain, wodurch alle Links der gesamten Domain inklusive aller Unterseiten und Subdomains ignoriert werden. Domain-Level eignet sich vor allem bei eindeutig schädlichen Spam-Domains, PBNs oder komplett irrelevanten Websites und ist dort sehr effizient, birgt aber das höhere Risiko, auch wertvolle Links der betroffenen Domain mitzuentfernen. URL-Level ist präziser und eignet sich, wenn nur einzelne Seiten einer ansonsten seriösen Domain problematisch sind, beispielsweise ein Spam-Forum auf einer sonst guten Website. Die Faustregel lautet: Bei Unsicherheit ist URL-Level die sicherere Wahl, weil es gezielter wirkt und das Risiko ungewollter Kollateralschäden verringert.
Welche Links sollte ich niemals disavowen?
Bestimmte Links sind in der Regel wertvoll und sollten nicht zurückgewiesen werden, selbst wenn sie nicht perfekt erscheinen. Dazu zählen etablierte Branchen- und Lokalverzeichnisse, da diese oft einen positiven Effekt haben, sowie Links aus sozialen Medien wie LinkedIn oder Facebook. Auch legitime Presse- und PR-Portale, Links von Regierungs- und Bildungseinrichtungen, sofern sie thematisch relevant sind, und relevante Markenerwähnungen gehören dazu. Selbst nofollow-Links von relevanten, seriösen Seiten können Wert haben und sollten nicht vorschnell entfernt werden. Der Grund ist, dass das versehentliche Disavowen solcher Links dem Linkprofil und damit dem Ranking schaden kann. Da Google minderwertige Links ohnehin weitgehend automatisch ignoriert, ist Zurückhaltung bei allen Links sinnvoll, die nicht eindeutig schädlich sind.
Muss ich für jede Subdomain eine separate Disavow-Datei hochladen?
Ja, in der Google Search Console benötigt jede Property eine eigene Disavow-Datei. Das betrifft nicht nur verschiedene Domains wie example.de und example.com, sondern auch Subdomains sowie die Protokoll- und www-Varianten, also etwa www.example.de und example.de oder http und https. Wenn Sie mehrere dieser Varianten als eigenständige Properties in der Search Console verifiziert haben, benötigt jede davon ihre eigene Datei. Dasselbe gilt für internationale Versionen einer Website mit unterschiedlichen Länderdomains. Planen Sie bei mehrsprachigen oder internationalen Projekten daher mehr Aufwand ein und analysieren Sie das Linkprofil jeder Property einzeln, zumal Spam- oder Negative-SEO-Attacken häufig nur auf eine bestimmte Variante abzielen. Dokumentieren Sie zudem klar, welche Disavow-Datei zu welcher Property gehört.
Sollte ich präventiv disavowen, auch ohne Ranking-Probleme?
Nein, präventives Disavowen ohne konkrete Probleme wird von Google ausdrücklich nicht empfohlen und kann mehr schaden als nutzen. Google ist heute sehr gut darin, minderwertige Links automatisch zu ignorieren, sodass die meisten Websites das Disavow Tool gar nicht benötigen. Vertreter von Google haben wiederholt darauf hingewiesen, dass ein Disavow für die meisten Seiten unnötig ist. Sie sollten daher nur dann disavowen, wenn Sie eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links erhalten haben, wenn Sie nach einem Update signifikante, eindeutig auf schädliche Links zurückführbare Ranking-Verluste erlitten haben oder wenn Sie eine aktive Negative-SEO-Attacke feststellen. Statt präventiv einzugreifen, ist es sinnvoller, regelmäßige Backlink-Audits durchzuführen und bei problematischen Links zunächst manuelle Entfernungsversuche zu unternehmen.
Wie aktualisiere oder entferne ich ein Disavow wieder?
Ein wichtiges Detail ist, dass jede neu hochgeladene Disavow-Datei die vorherige Version vollständig ersetzt; inkrementelle Updates gibt es nicht. Wenn Sie also Änderungen vornehmen möchten, laden Sie zunächst Ihre aktuelle Disavow-Datei über das Tool herunter, bearbeiten sie in einem reinen Texteditor und fügen neue Einträge hinzu oder entfernen fälschlich disavowte Links. Anschließend speichern Sie die Datei im korrekten Format und laden die vollständige, aktualisierte Liste erneut hoch. Möchten Sie ein Disavow ganz rückgängig machen, können Sie eine leere Datei hochladen oder die entsprechende Option im Tool nutzen. Google bezieht die zuvor zurückgewiesenen Links dann wieder in die Bewertung ein. Die Verarbeitung dieser Änderung dauert ähnlich lange wie beim ursprünglichen Disavow, also einige Wochen.
Sind Domain Authority und Spam Score offizielle Google-Werte?
Nein, das sind sie nicht. Kennzahlen wie Domain Authority und Spam Score stammen von Moz, Domain Rating von Ahrefs sowie Trust Flow und Citation Flow von Majestic. Es handelt sich also um Metriken der jeweiligen Anbieter, die mit eigenen Verfahren berechnet werden, und nicht um offizielle Signale von Google. Diese Werte sind durchaus nützlich, um Backlinks schnell einzuschätzen und auffällige Muster zu erkennen, sollten aber nicht als alleiniges Kriterium für ein Disavow dienen. Ein niedriger Spam Score oder eine hohe Domain Authority sagt nicht mit Sicherheit aus, wie Google einen Link tatsächlich bewertet. Wichtiger als einzelne Tool-Zahlen sind die thematische Relevanz eines Links, der redaktionelle Kontext und ob der Link natürlich und sinnvoll platziert ist. Nutzen Sie die Metriken daher als Orientierung, nicht als endgültiges Urteil.
Was passiert mit der Disavow-Datei nach einer Website-Migration?
Bei einer Domain-Migration oder einem kompletten Relaunch ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Google überträgt die Disavow-Datei nicht automatisch auf die neue Domain, auch nicht bei korrekt eingerichteten 301-Weiterleitungen. Wenn Sie dies vergessen, können alle zuvor zurückgewiesenen schädlichen Links wieder in die Bewertung einfließen und Ihr Ranking beeinträchtigen. Gehen Sie daher systematisch vor: Laden Sie zunächst die aktuelle Disavow-Datei der alten Domain herunter, verifizieren Sie die neue Domain in der Google Search Console und passen Sie die Datei an, falls sich URLs geändert haben. Anschließend laden Sie die Datei für die neue Domain hoch. Es empfiehlt sich, die Disavow-Datei auch auf der alten Domain noch einige Monate beizubehalten und beide Properties auf neue schädliche Links zu überwachen.
SEO Agentur für professionelle Suchmaschinenoptimierung
Gerne optimieren wir als SEO Agentur auch Ihre Seite im Ranking für mehr Traffic, Kunden und Umsatz. Wir verstehen uns als White Hat Suchmaschinenoptimierung-(SEO)-Agentur.
Leichtverständliches SEO Lexikon
In unserem SEO Lexikon finden Sie die wichtigsten Themen zum Thema Suchmaschinenoptimierung sowie Online, Digital & Internet Marketing. Das Online-Marketing Glossar wird laufend aktualisiert und auf den Stand der Technik gebracht. Ein guter Einstieg auch, um Suchmaschinenoptimierung leicht und verständlich zu erlernen - und die Arbeit des SEOs zu verstehen.

